Jahreszeiten im Wandel – Herbst

An den Herbst als Kind habe ich nicht allzu viele Erinnerungen.

Der Herbst bedeutete das Ende der Sommerferien. Das Ende der Badesaison. Es fing an kalt zu werden und es regnete immer mehr. Das Spielen verlagerte sich von draußen nach drinnen.

Aber ein paar Erinnerungen gibt es doch.
Ich erinnere mich an die Sankt Martins Umzüge und wie stolz ich immer auf meine Laterne war.
Oder an den großen Kastanienbaum am Geschäft meines Opas und den Nussbaum vor dem Haus, von wo wir tütenweise Nüsse und Kastanien anschleppten. Und an die Abdrücke der bunten Blätter, die wir vorher aufsammelten und trockneten.

Irgendwann begann mich der Halloween-Brauch in seinen Bann zu ziehen. Ich verschlang die Gänsehaut-Bücher und sah die Serie. Meine Lieblingsfolge war die, in der die Halloween-Masken von denen Besitz ergriffen. Allgemein habe ich in dieser Zeit einen Faible für Übersinnliches, Magisches und Gruseliges entwickelt, was bis heute noch so ist.

***

Ich liebe den Herbst und seine Farben. Er bedeutet für mich den Beginn einer muckeligen Zeit.
Die grauen und regnerischen Tage gehören genauso dazu wie die warmen, sonnigen Altweibersommertage, die das bunte Laub in seinen schönsten Farben erstrahlen lassen. Wobei mir die wärmeren Tage natürlich lieber sind.

Ich liebe es zu sehen wie sich die Natur verändert und was sie in dieser Zeit hervorbringt: Sonnenblumen, Maisfelder, Äpfel, Zwetschgen, Kürbisse; Nüsse, Kastanien.

Ich dekoriere gerne ein bisschen und lasse es mir nicht nehmen auch einen Kürbis zu schnitzen. Das Wohnzimmer wird wieder vermehrt von Kerzenschein erhellt.

Ganz besonders hat es mir der Oktober angetan. Für mich hat er etwas Magisches. Als ob dort ein Tor geöffnet wäre. Es hat aber sicher auch damit zu tun, dass in diesem Monat zwei Menschen Geburtstag haben, die mir sehr am Herzen liegen.

Der Freund und ich haben inzwischen einige Rituale entwickelt. Eines davon ist, dass wir in der Vorweihnachtszeit zusammen die Harry Potter Filme anschauen. Weil es ja inzwischen doch schon einige sind und es nicht so häufen wollen, beginnen wir damit schon ein paar Monate vorher.
Es passt für mich auch sehr gut in mein Bild vom Herbst und macht es rund.

***

Aber wie auch in den anderen Jahreszeiten, wird mir immer wieder bewusst was – wer hier noch fehlt!

Ich möchte mit meinem Kind die Veränderungen in dieser Jahreszeit entdecken. Ich möchte Blätter bestaunen. Kastanien sammeln und Tiere daraus bauen. Ich möchte zusammen Kürbisse bemalen bis die Hände groß genug sind, um gemeinsam zu schnitzen.
Ich möchte mit Gummistiefeln Pfützen unsicher machen. Ich träume vom Drachen basteln, Dekorieren und von Sankt Martin.

Die letzten Jahre stand ich am Fenster, wenn der Sankt Martins Umzug daran vorbei zog und beobachtete das bunte treiben. Wie auch in meiner Kindheit wird der Umzug hier von einem Reiter auf einem Schimmel begleitet. Ich lausche den Gesängen der Kinder und fühle mich gleichzeitig zurückversetzt und unheimlich sehnsüchtig. Wie gern würde ich auch mein Kind begleiten, das voller stolz seine Laterne vor sich her trägt.

Aber neben der ganzen Sehnsucht legt sich auch  Wärme um mein Herz und ich muss lächeln.

Bald.
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Ein Kommentar zu “Jahreszeiten im Wandel – Herbst

  1. Hallo Frau Mümmel,
    So wie du den Herbst beschreibst, kommen mir auch meine Kindheitserinnerungen wieder. War ne schöne Zeit. Ich mag den Herbst. Ich tobe heute noch gerne durch den Wald wenn schon die Blätter auf dem Boden liegen.
    Liebe Grüsse
    Hanni

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