Narben

Narben erzählen Geschichten. Sie berichten davon, was dich zu dem gemacht hat, wer du bist.
Sie sind ein Teil von uns ob wir wollen oder nicht. Und jeder trägt sie mit sich.
Manche sind klein. Manche sind tief. Manche sind besser versteckt als andere.
Manch einer trägt sie offen. Andere sehr versteckt. Oft ist es ein bunter Mix aus allem.

Es sind  Ereignisse, die zu diesen sichtbaren, bleibenden Verletzungen geführt haben.
Ereignisse, die uns tief verletzt haben. Ich trage Geschichten mit mir, die mich mit brennenden Tränen auf meiner Haut und einer Verzweiflung, wie sie nicht größer hätte sein können, zurückgelassen haben. Nicht alle Ereignisse
sind so schmerzhaft. Aber viele hinterlassen Spuren.

Narben sind kleine und große „Erinnermichs“. Sie erzählen Geschichten, auch wenn sie längst verschlossen oder schon stark verblichen sind. Manchmal
ziepen oder brennen sie etwas als wollten sie mich darauf aufmerksam machen, was einmal war.
Ich trage Narben, die kaum sichtbar sind. Aber da sind auch tiefe Narben, die nicht so einfach heilen wollen. Immer wenn ich glaube, dass sie beginnen zu heilen, brechen sie wieder auf.
Manchmal fühlt es sich an wie das berühmte Salz in der Wunde. Es tut einfach weh.
Manche dieser Narben suppen vor sich hin. Sie können nie richtig heilen.
Vielleicht, weil man unachtsam war. Weil man sich versehentlich immer wieder neu verletzt, während man die Hoffnung hegt, dass alles wieder gut wird.
Oder weil die Scherbe noch nicht gezogen wurde, die darin steckt.

Aber hinter den Ereignissen, die Grund für die Narben sind, stecken auch oft schöne Erinnerungen. Tiefer im Inneren sind die Verborgen. Sie liegen weiter innen. Mitten im Herz.
Auch sie brechen manchmal hervor, wenn die empfindliche Oberfläche reißt. So schön die Erinnerungen aber auch sein mögen, wenn sie sie durch Narben brechen ist etwas vorgefallen.

Ich bin, wer ich bin. Ich wurde durch all diese Erlebnisse zu dem Menschen, der ich heute bin. Mit all seinen Besonderheiten und Macken. Ein Mensch. Fehlerbehaftet, aber mit Herz.
Aber, es kommt auch vor, dass ich über Haut und Seele streiche. Die
Unebenheiten spüre und das Leben dafür verfluche, dass es  nicht alles hat anders kommen lassen.

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Ein Kommentar zu “Narben

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