Blockade

Sobald meine Finger die Tastatur berühren, werden auf klaren Gedanken wirre Wortfetzen, die sich nicht schnappen lassen. Ich weiß genau, was ich los werden möchte, aber es klappt oft nicht.
Manchmal trau ich mich auch nicht. Warum kann ich nicht sagen.
Wenn ich los tippe verschwimmen die Gedanken und Gefühle. Übrig bleiben breiige, scheinbar wahllos aneinandergereihte Buchstaben. Auch, wenn ich weiß, was ich sagen will, weiß ich nicht, ob der Sinn erkennbar ist.

Ich sollte einfach aufhören zu denken und es einfach zulassen. Raus lassen, was mich belastet. Oder einfach erzählen, was ich erzählen möchte – selbst, wenn es sich um die immer gleiche Sache dreht.
Aber mir fällt dieses Loslassen nicht so leicht. Ich bin ein emotionaler Müllschlucker. Das ist schlecht. Weiß ich selbst, aber solche Eigenschaften legt man eben nicht so einfach ab. Viele Jahre habe ich alles mit mir selbst ausgemacht.

Aktuell habe ich einfach viele Dinge im Kopf, die ich gerne hier festhalten würde. Manchmal bin ich nicht sicher, ob es der richtige Ort ist. Manchmal denke ich mir „Schon wieder?“. Aber was spricht eigentlich dagegen? Wenn es mich immer wieder beschäftigt, hat es doch die Berechtigung hier festgehalten zu werden.
Ich bin hier frei und doch fühle ich mich manchmal eingeengt. Das will ich nicht.
Die (unfertigen) Entwürfe reihen sich aneinander und werden immer mehr. Manchmal kreist der Finger schon über dem „Publizieren“-Button, zuckt aber im letzten Moment noch einmal zurück. Es ist ein bisschen wie in einer uralten Bibliothek voller verstaubter, ungelesener Bücher.
Dabei helfen sie mir dort nichts. Das ist wie unausgesprochene Worte. Oft hilft es erst, wenn es raus ist. Im Stillen drehen sie sich doch nur um sich selbst.

Es wäre solch eine Erleichterung die Dinge, die mich beschäftigen wieder teilen zu können.

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3 Kommentare zu “Blockade

  1. Ich kann dich gut verstehen! Von der Seele schreiben hilft wirklich! Außerdem sind es dein Leben, deine Gefühle und dein Blog! Wer’s nicht lesen mag, soll’s einfach lassen!
    Also, nur zu!! :)

  2. Auch wenn es dir nicht leicht fällt – gibt es einen besseren Ort als deinen Blog, um loszuwerden, was dich beschäftigt? Wer hier ist und mitliest tut dies freiwillig und gerne. Du bist niemandem einen bestimmten Inhalt schuldig, denn du schreibst keinen Roman, sondern quasi Tagebuch. Also lass es zu, wenn es dir helfen würde, deine Gedanken zu teilen! Alles Liebe!

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