Erinnerungen.

Ich sitze nichtsahnend im Auto, höre Radio. Heute ein anderer Sender, denn der übliche geht mir mit seinem Einheitsbrei gewaltig auf den Zeiger.

Ein neues Lied beginnt. Und schon beim ersten Ton breitet sich ein Grinsen in meinem Gesicht aus. „I want it that way“ von den Backstreet Boys. Ich hole Luft, und singe lauthals mit. Schräg wie eh und je.
Dabei überrollt mich eine Welle von Erinnerungen. Bereitwillig tauche ich ab.

Ich erinnere mich wie ich mit einem Mädchen auf ihrem Bett sitze.
Sie ist meine zweite Hälfte. Wie Pech und Schwefel waren wir.

Gemeinsam saßen wir in ihrem Zimmer und sangen mit den Backstreet Boys und DJ Bobo um die Wette.
Und auch, wenn ich nie ein Fan von diesen Jungs war, so fand ich die Musik doch toll.

Es war eine spannende Zeit, so zwischen Alice im Wunderland und Lippenstift.
(noch heute warte ich auf das Erscheinen der Grinsekatze, wenn ich einen sichelförmigen Mond sehe!).
Zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt.
Hormongebeutelt wie wir waren, ging schon das ein oder andere Mal die Welt unter.
Aber immer war die Eine da, um die Andere aufzufangen. Um sie bei der Hand zu nehmen und einen anderen Weg zu zeigen.

Manchmal vermisse ich diese Zeit, in der man von einem Tag zum nächsten lebte.
Als man sich vielsagende Blicke zuwarf, während man hinter dem Rücken die Hand eines Jungen hielt.
Als wir den ganzen nachmittag im Schwimmbad lagen und quatschten.

Wir verbrachten eine wundervolle Zeit miteinander.
So viele erste Male. Das erste Mal bei einer Freundin übernachten.
Der erste Horrorfilm. Das erste „Konzert“ (zur Erklärung: es war ein Auftritt der No Angels bei der SWR 3 Dance Night. Und wir fanden es geil!)
Der erste Freund. Der erste Liebeskummer.
Sie war überall dabei.

Ich vermisse die Zeit, in der ich einfach so zu ihr ging und wir den Nachmittag miteinander verbrachten.
Heute trennen uns 100 km.

Ich bin dankbar solch einen Menschen zu kennen. Solche Erinnerungen in mir tragen zu können. Zu konservieren.

Auch, wenn wir uns aus verschiedensten Gründen eine Weile aus den Augen verloren hatten, so war sie immer da. Immer anwesend.

Seit ein paar Jahren ist sie wieder Teil meines Lebens. Körperlich. Gefühlt war sie es immer. Und auch, wenn wir uns verändert haben, so sind wir uns im Herzen noch gleich.
Es ist ein wunderbares Gefühl zu wissen, dass weitere Erinnerungen kommen werden. Andere, aber nicht weniger gut.

Schwester im Herzen.

Ich tauche auf. Lecke die letzten Erinnerungskrümel von den Lippen.
Ich lächle.
Heute ist ein guter Tag!

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6 Kommentare zu “Erinnerungen.

  1. Ich mag deinen artikel. Er erinnert mich am genau diese zeit mit meiner herzfreundin. Hach. Das sind erinnerungen. Und heute werde ich mal wieder einige lieder aus alten zeiten hoeren. Danke fuer diesen artikel :)

  2. Pingback: Damals « Aus dem Leben einer kleinen Prinzessin…

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