Kinder, Kinder

Schon immer hatte ich einen „Kinderfimmel“.

Erst Anzeichen ergaben sich im Kindergarten.
Klar fand ich Kinder toll, war ich doch selbst eines davon. Spielen, lachen, unbeschwert sein.
Aber da war ein Mädchen, an das ich mich ganz genau erinnern kann.
Ich war etwa 5. Ihr Name ist Nelly.
Nelly war neu im Kindergarten. Ein kleines, sehr zierliches Mädchen.
Und ich weiß noch genau, dass es mir eine besondere Freude bereitete mir ihr zu spielen.
Sie auf dem Rücken durch den Kindergarten zu tragen, im Sand zu spielen, Quatsch zu machen..
Ihr galt mein besonderes Interesse.

Das hat sich auch nie geändert.

Sobald irgendwo jüngere/kleine Kinder in der Nähe waren, war es um mich geschehen.
Kinder in meinem Alter interessierten mich von da an nur noch wenig.
Ich hatte schon immer eine riesige Freude daran die Kleinsten zu bespaßen.

Mit 13 begann ich bei meiner Patentante zu babysitten.
Die Kleine war 1 Jahr als und ein richtiger Wirbelwind.
Ich habe es geliebt. 1 mal in der Woche spielen, Quatsch machen.

Schon mit 15 dachte ich insgeheim an Kinder. Ich wusste, dass ich irgendwann einmal Mama sein würde.
Nur zu gerne hätte ich diesen Wunsch schon in die Tat umgesetzt.
Dennoch war für mich klar, dass dieser Wunsch warten muss.
Schule, Ausbildung, Geld verdienen. Eine intakte Beziehung. Grundsteine legen.

Tja, vernünftig und verantwortungsbewusst was ich immer.
Oft habe ich mich deshalb verflucht. Wieso konnte ich nicht auch so spontan sein und mich von meinen Gefühlen leiten lassen.
Bei anderen klappte es doch auch.

Immer wieder rief ich mir ins Gedächtnis, dass ich nun mal nicht so bin.
Dass ein Kind keine Entscheidung ist, die man mit 15 einfach mal so aus einer Laune heraus trifft.

Als die dann Kleinste meiner Patentante zur Welt kam und ich zum ersten Mal ein Neugeborenes in den Armen hielt, war es vollends um mich geschehen. Vom ersten Moment an hab ich mein Herz an dieses kleine Zauberwesen verloren.
Dass ich von nun an auch auf sie aufpassen durfte, hielt den Wunsch selbst Mama zu werden im Zaum.
Ich kam öfter zum Babysitten, blieb länger. Manchmal auch abends.
Dann war es fast als wäre es wie mein eigenes Baby.

Halb wach auf dem Sofa lümmeln. Beim ersten Pieps hochschrecken, um mit gespitzten Ohren zu lauschen, ob da noch was kommt. Ein weinendes Baby aus dem Bett fischen, um es durch die Gegend zu tragen bis es wieder in den Schlaf findet.

Ich bin unglaublich dankbar dafür, dass ich all diese Erfahrungen machen durfte. Dass mir meine Patentante ein solches Vertrauen entgegen brachte.
Ich hatte wirklich viel Spaß. Leider endete das mit dem Beginn meiner Ausbildung.

Von da an waren nur noch unregelmäßige Besuche möglich, da ich immer mal wieder über längere Zeit weg von Zuhause war.
Es fehlte mir.
Jedes Mal, wenn ich wieder dort war blühte mein Herz ein bisschen mehr auf.
Ich war und bin immer wieder erstaunt wie viel Freude die Kleinen abgeben.

Und immer mehr wuchs dieser Wunsch. Ich träumte davon. Sehnte mich so sehr danach.
Wenn ich erzähle, dass ich schon seit Jahren weiß, dass ich Mama werden will und es nur aus Vernunft nicht geworden bin, dann erlebe ich oft ungläubiges Kopfschütteln gepaart mit diesen Blicken, die sagen „Die spinnt doch. Warum will die so früh schon Kinder?“.
Oft habe ich deshalb einfach nichts mehr gesagt. Geschwiegen, oder mir versucht einzureden, dass ja wirklich dumm sei, früh Mutter zu werden.
Hab doch noch was vom Leben. Geh auf Reisen. Geh feiern.

Gefeiert hab ich. Genug. Ausgiebig. Intensiv. Es reicht.
Ich wollte einfach nicht mehr warten.

Und jetzt, da es vielleicht bald soweit ist, dass wir wirklich versuchen ein Kind zu bekommen, da ist es so unwirklich.
Soll ich wirklich wenn alles klappt schon in einem Jahr Mama sein?
So ein Bündel Liebe&Glück in den Armen halten?

Wow. Da pumpert das Herzchen sofort ein bisschen fester und Freudentränen steigen in die Augen.
Die Zeit des Wartens zumindest auf den Startschuss ist vorbei!

Herzkribbeln deluxe.

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9 Kommentare zu “Kinder, Kinder

  1. Huhu du,

    dass hast du schön geschrieben und ich freu mich fürn dich, dass ihr bald losspurten könnt in Richtung Baby. ;)

    Mit kleinen Kindern habe ich es aber auch,
    die sind toll, sie mögen mich und ich sie.^^

  2. Dann mal ganz viel Glück und … Freude :)
    Kinder sind ein Geschenk und wenn man das schon vorher so zu schätzen weiß, ist es umso schöner :)
    Alles Liebe. maria

  3. Hi…bin über Tinas Blog auf Dich gestossen und habe gerade nur diesen Post von dir gelesen….ansonsten weiß ich nix von Dir…weder wie alt noch iwas anderes….

    aber dieser Post, macht Dich sooooo sympatisch, dass ich um Adoption meiner Wenigkeit bitte ;-)

    Du wirst eine super Mama sein…egal wann und total erschöpft und übermüdet und und und wie alle Muttertiere, die ihren Instinkt mit Hingabe ausleben…ich werde Euch gespannt begleiten…so und jetzt guck ich mal wer Du eigentlich bist ;-)

  4. Super schön geschrieben… Zeigt jetzt schon die Liebe, die du in die trägst, für dein Würmchen, welches du schon bald vielleicht unter deinem Herzen trägst..

    Glaub mir, die Zeit vergeht sooo schnell und dein sehnlichster Wunsch geht endlich in Erfüllung!!!!

    Ich wünsch dir viel Glück!!! ;)

    GLG Stephie mit Luca

  5. Ich kann dich sehr sehr gut verstehen! Auch ich wusste schon als kleines Mädchen, dass ich einmal Mama sein will und sein werde. Und auch ich habe mehr als einmal im Leben aus Vernunft (noch) kein Kind bekommen. Aber jetz habe ich drei und bin sehr glücklich damit – meistens ;-)
    Und mein Mann und ich wissen, dass wir noch mehr hätten, wären wir uns früher im Leben über den Weg gelaufen. Leider bin ich inzwischen 42 und fühle mich einfach zu alt für noch ein weiteres Kind.
    Ich wünsch Dir (und Euch) ganz viel Glück und dass es bald klappt, dass du eine supertolle Schwangerschaft hast und schon bald deinen kleinen Herzenswunsch leibhaftig in den Armen halten darfst! Deine Liebe ist jetzt schon so groß, das kann nur wunderbar werden!

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