Die OP

Am Mittwoch war es also so weit.
Die Bauchspiegelung stand an. Ich sollte um 8.00 Uhr dort sein.

Unglaublich nervös und zittrig stand ich mit dem Freund vor der Patientenaufnahme, betrat total verunsichert den Raum und wurde sofort wieder nach draußen geschickt. Man würde mich gleich herein holen.
Nach 20 Stunden Minuten öffnete eine beschämt lächelnde Frau die Tür und entschuldigte sich dafür, dass sie mich so lange hätte warten lassen.
Sie hätte mich vergessen.
Na, das fängt ja gut an!

Ich sollte einige Unterlagen unterschreiben und wurde nach dies und jenem gefragt. Ich war ehrlich gesagt total überfordert. Habe ja sowas noch nie gemacht und wusste auch nicht so recht, für was meine Versicherung nachher aufkommt.
Naja, ich werde es ja dann erfahren…

Danach durfte ich auf die Station und wurde vorbereitet. Heißt also, raus aus den Jeans und rein in die Thromosestrümpfe und das luftige Hemdchen.
Gegen halb 10 bekam ich eine Tablette von der ich ruhig und müde wurde. Ich schlief ein und als ich wieder wach wurde, lag ich immer noch im Zimmer und der Freund saß noch immer an meinem Bett.
Es war also noch nicht vorbei.

Um 11.00 Uhr wurde ich abgeholt und in den Keller gefahren.
Dort sollte der Zugang gelegt und die Narkose gesetzt werden. Sollte.
Ich lag da also. Gruselig ruhig und doch extrem nervös und ließ mir erklären, was die da genau machen.
Beim ersten Versuch mir einen Zugang zu legen wurde mir schnell bewusst, dass das nicht nur wie Blutabnehmen ist.
Nein, das tut weh und zwar richtig. Aber es ging nicht. Also Nadel raus und weiter oben wieder rein.
Geht nicht.
Es wurde gedrückt und geschoben. Ich hielt die Luft an und hoffte, dass sie es bald geschafft haben würden.
Dieser scharfe Schmerz war wirklich nur schwer auf Dauer auszuhalten.
Aber es sollte nicht so sein.
Also wurde der andere Arm getestet. Aber auch Versuch 3 und 4 schlugen fehl.

Den 5. Versuch unternahm dann der Chefarzt. Er drückte und schob noch ein bisschen mehr. Aber es klappte nicht. Ich spürte etwas warmes meine Hand herunter laufen. Wie ich nach der OP feststellen sollte, handelte es sich hierbei um mein Blut.
Der Zugang wollte nicht rein. Aber raus lief das Blut ohne Probleme. Is klar.
Ich wurde also mit Gas betäubt und der Zugang dann gelegt, da ich dann entspannter wäre.

Ergebnis: der 6. Versuch war erfolgreich.

Als ich gegen 13.30 Uhr wieder wach wurde, wurde ich auf mein Zimmer gefahren und der Freund gerufen. Es war echt schön, dass er da war und mich nicht alleine gelassen hat.
Ich hatte auch ein total schlechtes Gewissen, weil er extra wegen mir da war und ich ständig eingeschlafen bin, aber ich war so schrecklich müde.

Aber die OP war vorbei und bis auf diese Zugangslegerei auch gar nicht so schlimm. Allerdings tat mir der Bauch doch sehr weh und auch jetzt – 3 Tage später – sehe ich immer noch aus, als wäre ich im 4. Monat schwanger.
Ich war aufgebläht und hatte starke Schmerzen. Mir war schlecht und schwindelig.

Ich bekam intravenös Schmerzmittel und war verwundert darüber, wie kalt es war und wie sehr es brannte.
Aber gut. Das erste Mal auf die Toilette zu gehen war auch ein Abenteuer und so anstrengend wie ein Marathon ohne je einen gelaufen zu sein und jetzt weiß ich auch, was diese Surfbretter sind *hiihii*

Tja, und so lag ich dann nun, ich Indianerhaut. Im Bett. Wusste nicht wie liegen und an stehen und gehen war gar nicht zu denken und wartete darauf einschlafen zu können.
Müde war ich ja, aber die Zimmernachbarin tat sich nicht gerade leicht damit einfach einmal nichts von sich zu geben.

Aber als der Arzt herein kam und mir kurz mitteilte, dass sich der Eingriff gelohnt habe, war ich schon wieder mit der Welt versöhnt.

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