Entscheidungen

Aktuell ist der Wunsch nach einem Kind wieder einmal allgegenwärtig.
Nur ganz selten kann ich dieses Verlangen ausblenden.
Überall sehe ich Kugelbäuche oder frisch geschlüpfte Babys.
Ich freue mich und bin doch sehr traurig.

Manchmal so sehr, dass ich versuchen muss die Tränen zu unterdrücken. Sieht ja schon komisch aus, wenn da eine plötzlich anfängt zu heulen, nur weil sie ein Baby sieht. Aber ich bin es eben. Traurig, dass ich diese Erfahrung noch nicht machen kann.

Jetzt, da ich immer weiter „über dem Termin“ war, wurde ich hibbelig und machte mir doch ein wenig Hoffnung. Naja, um nicht zu sagen viel Hoffnung.
Ganz unmöglich wäre es ja nicht.

Mit der Hoffnung kamen aber auch Zweifel und Angst.
Angst vor der Reaktion des Freundes, falls ich schwanger sein sollte. Klar, er war dabei und wusste über alles Bescheid, aber ich wusste, er würde nicht in Jubel ausbrechen. Zweifel, ob wir das finanziell schaffen würden, da ja nur ich Geld verdiene.

Hört sich vielleicht blöd an, weil ich mir ja so sehr ein Kind wünsche und ich mich auch riesig gefreut hätte…
Aber auch, wenn der Wunsch noch so groß ist, kann es doch der falsche Zeitpunkt sein. Es ist eben ein Wunsch. Derzeit noch mein Traum.

Aber dann kam ja die „Erlösung“.
Erleichterung beim Freund. Zwiespalt bei mir. Überwiegend Enttäuschung.

***

Aber als ich so auf der Toilette saß und der Enttäuschung sozusagen ins Gesicht blickte, traf ich eine Entscheidung. Die Entscheidung traurig sein zu dürfen.
Trauer, Sehnsucht und Tränen zuzulassen. Meine Gefühle auszusprechen und nicht mehr für mich zu behalten. Wieso sollte ich mit meinem Freund nicht darüber sprechen können/dürfen?
Schluss mit den Verboten, die ich mir diesbezüglich auferlegt habe.

Und so weinte ich. Es nimmt mir die Last und macht mir Luft.
Es fühlt sich richtig an und tut gut.

***

Und ich beschloss die letzten Monate unserer Zweisamkeit so weit wie möglich zu genießen.
Es wird mit Sicherheit nicht immer gelingen, aber das ist ok.
Eigentlich ist es ja nicht mehr so lange, verglichen mit der Zeit, die ich schon warte, quasi ein Katzensprung.
Die Zeit, die wir noch keine Rücksicht nehmen müssen zu nutzen, um spontan zu sein. (Was nicht heißen soll, dass man mit Kind nicht spontan sein kann!)
Urlaub zu machen, lange zu schlafen, Hobbys nachzugehen wann und sooft man will.

Ich versuche es positiv zu sehen, indem ich mir sage, dass ich so auf den Hochzeiten im August und September ausgiebig feiern kann. Schwacher Trost, aber wir denken jetzt ja positiv!

Und wer weiß, vielleicht heiraten wir ja so auch noch vor dem ersten Kind..

Außerdem macht Glücklichsein die Zeit viiieeel erträglicher und mich übrigens auch! ;o)

Advertisements

2 Kommentare zu “Entscheidungen

  1. Ich kenne Deine Situation nicht richtig, nur das was ich eben hier gelesen habe … auch sind wir nicht in der selben Situation und doch in einer ähnlichen denn ich weiß wie ein unerfüllter Herzenswunsch schmerzt, leider. Aber die Zeit vergeht und traurig sein darf man, wenn man nicht vergisst das es noch etwas anderes gibt.

  2. Ach du Arme,
    ich kann dich so gut verstehen, denn mir ging es damals ganz genauso. Ich hatte gerade eine Fehlgeburt und plötzlich gab es im Freundeskreis einen Babyboom. Echt schlimm war das, zumal die meisten davon nichts wussten und daher meine Reaktion nicht ganz nachvollziehen konnten. Aber lass den Tränen freien lauf, alles in sich rein zu fressen ist noch viel schlimmer! *ganz lieb drück*

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s