Angekommen.

Ich bin im Mamasein angekommen.

Mein Baby hat mich von Anfang an verzaubert. Ich konnte gar nicht anders als es immer wieder zu knutschen, streicheln und seinen einzigartigen Geruch zu inhalieren. Aber ich war auch überfordert uns hatte mit der Umstellung zu kämpfen. 

Ich wusste, dass nun jemand anders den Takt angeben würde, aber das zu erleben ist nochmal was Anderes. Ich war ein völlig freier Mensch und plötzlich mussten sogar Klogänge geplant werden. Dazu der komplette Wegfall der Freizeit und das Bedürfnis meines Babys nach Körperkontakt. 24/7.

Ich bin dem gerne nachgekommen, wünschte mir aber auch Auszeiten. Ich habe mir viele Sorgen und noch mehr Gedanken gemacht. Trotz aller Liebe und Freude, fiel es mir manchmal schwer es anzunehmen.

Ein ziemlich kluger Mensch gab mir einen guten Rat, den ich mir zum Mantra gemacht habe „Go with the flow.“ Anfangs fand ich den Spruch ein bisschen doof, es muss doch auch anders gehen. Aber nach 4 Monaten als Mama kann ich sagen, dass dieser Spruch einfach so wahr ist.

Ich würde lügen, würde ich sagen, alles ist easypeasy. Nach schlechten Nächten bin ich müde und es käst mich auch immer wieder an, dass ich den 3-stündigen Mittagsschlaf neben dem Baby verbringen muss oder seit der Geburt keine Stunde abends alleine mit dem Freund auf dem Sofa sitzen konnte, weil er den Schnuller nicht nimmt, aber nuckeln möchte. Und wenn jemand einen Tipp hat, nehme ich den gerne an.

    Aber es fällt mir leichter es anzunehmen. Bin ich müde, schlafe ich mit. Oder lese. Oder kuschle mich an mein Baby und versuche mir klar machen, dass es nur eine kurze Zeit ist, in der er mich so intensiv braucht und ich mir diese Zeit irgendwann zurück wünschen werde. Wenn ich sehe welche Entwicklung er in dieser kurzen Zeit gemacht hat, wie viel sich schon verändert hat, wird mir ganz schwindelig.

    Ich hatte Startschwierigkeiten, aber ich bin angekommen. Ich bin unfassbar glücklich. Ich war sofort in mein Baby verliebt, das was ich jetzt empfinde, übersteigt jefoch alles. Da ist so viel Liebe, Glück und Stolz wie ich es nicht für möglich gehalten hätte. 

    Ich bin ausgeglichener, ruhiger und geduldiger. Mit mir neuen Situationen und auch mit dem kleinen Mann. Wird gequängelt statt zu schlafen, dann ist das eben so. Ich kann es meistens annehmen wie es ist. Und dann stört es mich nicht alles  mehr. Esndert ja auch nichts, wenn ich mich aufrege oder damit hardere. Es hilft auch, mich in ihn hineinzuversetzen und nachzuvollziehen wie schwer es für ihn ist. Für ihn ist alles neu, er kann sich noch nicht so verständlich machen wie er es möchte. Gar nicht so einfach, so ein Babyleben.

    Und diese Herangehensweise macht es so viel leichter für mich. Nicht immer und nicht bei allem, aber insgesamt bin ich viel entspannter mit allem. Diese Grundgelassenheit ist so gut. Ich fühle und lebe und bin (meistens) so wie ich es mir für mich gewünscht habe. 

    Und so glücklich, dass es fast schon eklig ist. Kleiner Mann, großes Glück. 💙

    4 Monate Januarbaby

    Mein Spatz,

    du bist nun 4 Monate alt, das sind genau 17 Wochen und 1 Tag.
    Schon wieder ist ein Monat vorbei. Ich kann es kaum glauben!

    Du bist ein wunderbarer kleiner Junge und wäre ich nicht schon bis über beide Ohren in dich verliebt, wäre es spätestens jetzt soweit.

    Du bist groß geworden. Ganze 62 cm bist du inzwischen lang. Dir passen nur noch wenige Teile in Größe 56, das sind meist Pullover und ein paar Bodys. 

    Du hast das Greifen perfektioniert. Du nutzt nun auch beide Hände gleichzeitig und gibst dir deinen Oball von einer Hand in die andere. Du greifst nach allem, was du in die Finger bekommst, um es zu begutachten und dir dann in den Mund zu stecken und mit deiner kleinen Zunge zu erkunden. Immer öfter steckst du dir unsere Finger in den Mund und lässt uns die Kraft deines Kiefers spüren. Dabei sabberst du ganze Sturzbäche.
    Du sprampelst wie wild und ruderst dabei mit deinen Armen. Du stößt dich mit den Beinchen ab und schiebst dich so herum. Lege ich dich kurz ab, dauert es nicht lange und du hast dich auf die Seite gedreht oder dich um dich selbst gekreiselt, um dir etwas zu spielen zu schnappen.

    Du übst das Drehen, aber der richtige Schwung fehlt noch.
    Es ist nicht deine liebste Position, aber du toleriert die Bauchlage immer länger. Du hebst dein Köpfchen deutlich ab und schaust umher. Seit der U4 hältst du dich immer länger und stabiler im Unterarmstütz, alleine schaffst du es aber noch nicht in diese Position, sondern schiebst die Arme nach hinten.

    Wenn du wach bist, lässt du dich ablegen und beschäftigst dich auch etwas selbst, sodass ich mich in Ruhe anziehen und Frühstück machen kann. Am liebsten magst du es aber, wenn ich bei dir bleibe. Es ist eine Freude dir beim Entdecken neuer Fähigkeiten zuzusehen und dich dabei zu beobachten wie viel Spaß du hast. 

    Ja, du propellerst. Im Bett nimmst du dadurch mehr Platz ein. Aber selbst wenn du seitlich schläfst und ich ein bisschen Raum zwischen uns schaffe, liegst du kurz darauf wieder ganz nah an mich gekuschelt. Dabei legst du deine Füße immer auf meinen Oberschenkel.

    Du bist sehr aufmerksam und ausdauernd. Du nimmst die Welt wahr und bestaunst alles. Man merkt richtig wie wach du bist. Nichts entgeht deinem neugierigen Blick. Du hast diesen Monat so einen großen Sprung gemacht.
    Schliefst du in der Trage bisher zuverlässig innerhalb kürzester Zeit ein, bleiben deine Äuglein nun immer länger offen. Die Welt ist viel zu aufregend!
    Meistens schläfst du aber doch irgendwann ein. Allerdings nicht ohne dich gegen die Müdigkeit zu kämpfen, dabei schimpfst du vor dich hin und wehrst dich. Dann weiß ich, dass du in wenigen Minuten im Land der Träume bist.

    Wenn du müde bist, bekommst du Augenringe und reibst dir die Äuglein. Das Schlafen fiel dir schwer. Du wurdest oft wach und wolltest trinken. Du verkürzest deine lange Schlafphase auf 1,5-2,5 Stunden und hattest danach zu jeder Stunde wieder Hunger.  Das war wirklich sehr anstrengend. Und trotzdem bist du jeden Tag mit einem Lächeln auf den Lippen aufgewacht. Mittags wachst du fast immer weinend auf.
    Am Anfang und jetzt zum Ende des 4. Monats schläfst du nachts wieder toll und gönnst uns 4-5,5 Stunden Schlaf. Danach stillen wir 1-2 Mal, bevor wir gegen 7 Uhr aufstehen. Den Tagesrhythmus hast du beibehalten. Alleine schlafen magst du immer noch nicht. Du brauchst mich einfach zum Kuscheln.
    Du hast gelernt alleine wieder einzuschlafen, wenn du wach wirst. Das klappt bisher eher in Ausnahmefällen und dennoch ist es für mich ein ganz großer Schritt. Auch streicheln und summen hilft auch immer öfter. Wenn du ganz unruhig bist, kommst du auch zur Ruhe, wenn man dich auf die Seite oder den Rücken dreht. Was aber immer hilft ist die Brust. Du bist einfach ein Kuschler. Liege ich nicht neben dir, wirst du nach kurzer Zeit definitiv wach.  

    Auch wenn alle sagen, dass du deinem Papa sehr ähnlich siehst, zeigt der Bildervergleich, dass du mir als Baby sehr ähnelst.
    Du hast Papas Kinn und Lippenform, aber meine Nase, Kopfform und Frisur. Deine inzwischen richtig dicken Haare auf dem Oberkopf liegen schon seit der Geburt nach rechts. Ich muss einfach immer in ihnen herum wuscheln.

    Es macht so viel Spaß dir beim Wachsen und Erobern der Welt zuzusehen. Wir sind ein tolles Team. Wir haben uns gut eingespielt und ich bin so unfassbar stolz, dass ich dich verstehe und kenne.

    Die meisten Autofahrten schaffen wir ohne Tränen, das ist einfach grandios! Und auch den Kinderwagen akzeptierst du,solange du satt und fit bist, einschlafen kannst du darin nicht. Legt man dich aber schlafend hinein, ist das ok für dich.

    Du spiegelst deine Umwelt. Lächelt man dich an, grinst du zurück. Kennst du die Person nicht, vergräbst du dein Köpfchen in meine Schulter und grinst etwas schüchtern,aber aus vollem Herzrn aus dem Augenwinkel zurück. Du bist ein so fröhliches Kerlchen. Du weinst eher selten, meckerst nur, wenn dir etwas nicht passt oder Hunger hast.
    Hängt der Haussegen mal schief, helfen deine Spieluhr oder Musik/Gesang dich zu beruhigen. Wenn alle Stricke reißen, schafft es die Lichterkette oder dein Spiegelbild oft noch mal das Ruder rumzureißen.

    Aber meistens bist du einfach gut gelaunt und strahlst und quietschst vor dich hin. Du brabbelst und übst neue Stimmlagen aus. Dabei hast du auch deinen Lautstärkeregler gefunden und ordentlich aufgedreht. Du erzählst uns Geschichten in deiner ganz eigenen Sprache. Ich kann nicht genug davon bekommen. Antworte ich dir, rastest du fast aus vor Freude.

    Du hast zum ersten Mal laut gelacht. Nein, du hast richtig gegackert. Meine Güte war das schön! Und ich war der Grund dafür. Ich könnte jedes Mal heulen vor Glück! Gibt es etwas Schöneres als dieses ehrliche Kinderlachen?! Ich liebe es so sehr, wenn du den Mund weit aufreißt, deine Augen schmal werden und beginnen zu glänzen und du dich nicht mehr halten kannst, es dich schüttelt vor Lachen. Du gurrst und quietschst, kicherst. Du bist meine große Liebe, weißt du das?

    Dein Vertrauen macht mir Herzklopfen. Du erfüllst mich mit Glück wie ich es bisher nicht kannte. Es ist so schön, dass du da bist.

    Ich liebe dich.

    Zusage!

    Die schriftliche KiTa-Zusage ist da. Wir bekamen ja bereits mündlich die Zusage, aber schriftlich fühlt sich das doch noch besser an. Ehrlich gesagt war ich die letzten Tage ziemlich nervös, sie könnte ja beim Lesen in der Zeile verrutscht sein.

    ​In dieser KiTa wird erst ab dem ersten Geburtstag eingewöhnt, den Platz bekommen wir zum 1. Februar. Wir planen 6 Wochen Eingewöhnungszeit ein. Daher werde ich die Elternzeit um 2 Monate verlängern. Das geht die 2 Monate schon irgendwie. Besser als auf unbestimmte Zeit und mit Bibbern, ob es dann mit meinem Arbeitsplatz weiterhin so klappt.

    Außerdem habe ich so zwei Monate mehr mit meinem Sohn und darüber freue ich mich gerade riesig! 

    Ich fühle mich direkt so erleichtert. Nun können wir das Thema abschließen, das Zittern hat ein Ende. Ich kann meinem Arbeitgeber mitteilen, wann ich wieder einsteige, wie viel ich arbeiten werde und das Home Office planen.

    Mit der Zusage kam auch direkt die Einladung zum ersten Elternabend und zum KiTa-Fest. Kann man da sein Baby zum Elternabend mitnehmen? Sonst wird der Freund alleine gehen müssen.

    U4 – Baby-TÜV

    Heute hatte der kleine Mann seinen vierten Baby Check up. Ich war sehr neugierig wie groß und schwer der kleine Mann wohl mittlerweile ist. 

    In letzter Zeit ploppte einige Male der Wunsch ihn wiegen zu können wieder auf. Die Sorgen nach der Geburt haben Spüren hinterlassen. Die Tatsache, dass er aktuell die Stillabstände wieder verkürzt hat, tut ihr Übriges. Tagsüber lege ich ihn auch von mir aus öfter an in der Blinden Hoffnung den Brunnen zum Sprudeln zu bringen. Nachts meldet er sich nach 2,5-3 Stunden und danach zu jeder Stunde bis die Nacht um 5 Uhr beendet wird. Meine Hebamme warnte mich schon davor, dass um den 4. Monat nochmal eine stillintensive Zeit kommt, aber jetzt, so mitten drin,bin ich dennoch verunsichert (und brauche Schlaf! Und Zuspruch. Olle Stillerei.).

    Aber zurück zum eigentlichen Thema: die U4.

    Unser Kinderarzt war verhindert, weshalb eine sehr nette, ältere Ärztin die Vertretung übernahm. Durch die Abwesenheit verschob sich der Termin zeitlich, was irgendwie unterging und wir so erstmal eine Stunde zu spät aufschlugen. Immerhin war der Kleine so ausgeschlafen. 

    Disziplin Nr. 1 des Baby-Triathlons das Wiegen und Messen, ließ der kleine Mann geduldig über sich ergehen. 
    Mit seinen 16 Wochen ist er 62 cm groß und wiegt 5.620 g und damit 2 kg mehr als bei der U3. Ich hatte heimlich auf ein bisschen mehr gehofft, freue mich aber sehr über die Zunahme. Er scheint einfach ein zierliches Kerlchen zu bleiben. 

    Disziplin Nr. 2, den Sportteil, brachte er auch erfolgreich hinter sich. Der kleine Mann zeigte was er kann, grinste und erzählte,was das Zeug hält und schnappte nach allem, was ihm in die Finger kam. Die Ärztin war sehr zufrieden, gab uns aber ein paar Tipps mit auf den Weg wie wir den kleinen Mann zur Bauchlage motivieren können. Die klappt schon deutlich länger und besser und auch das Köpfchen hält er dabei, nur der Unterarmstütz ist noch ausbaufähig. Er streckt die Arme lieber nach hinten, was an einen Skispringer erinnert. 

    Ich beantwortete Fragen zu den Stillabständen, zum Schlafverhalten und zu Körperausscheidungen („Pinkelt er im Strahl?“ -„Und wie!“).

    Und dann folgte der Teil, auf den ich mich so gar nicht freute: die Impfung. Oder wie Papa sagt, der erste Teil der Ritterrüstung.

    Ich habe dem kleinen Mann gestern schon erklärt, was da auf ihn zukommt. Ich weiß nicht, ob er das schon versteht, aber ich bin kein Freund von „Das tut gar nicht weh.“ und „Ist nicht so schlimm.“. Ich selber finde Spritzen zu bekommen auch echt kacke, also erzähle ich meinem Kind nicht wie toll das doch ist, ob er es versteht oder nicht. Und gar nichts dazu sagen, fand ich auch doof.

    Er saß auf meinem Schoß und ich redete mit ihm, während er gespielt wurde. Erst dachte ich, es hätte ihm gar nicht weh getan, aber noch Ehe der Gedanke zu Ende gedacht war, schrie er schon ganz zerreißend. Nach ein paar Minuten ließ er sich aber beruhigen. Tapferer, kleiner Kerl!

    Zum Abschluss bekam ich noch ein paar Infos zum sicheren Kindesschlaf (eigenes Bett, Rückenlage *hust*) und zur Beikosteinführung. Das sollten wir zur Allergieprävention nun langsam anfangen. Ohne Druck, aber doch immer wieder anbieten. Sie riet vom „Picken lassen“ (BLW) ab, gerade bei so zarten Kindern, da so keine nennenswerten Mengen im Kind landen.

    Da bin ich wieder einmal froh, dass ich schon eine Weile im Internet unterwegs bin und viel(e Aternativen) aus dieser Blase mitgenommen habe, sonst würde ich nun bestimmt verzweifelt versuchen Karottenbrei ins Kind zu bekommen.
    Ich möchte gerne 6 Monate voll stillen wie es von der WHO empfohlen wird. Sollte der kleine Mann schon vorher Interesse am Essen zeigen, werde ich ihn nicht davon abhalten, aber er bestimmt Zeitpunkt und Tempo. Ich denke, es wird eine Mischung aus BLW und Brei werden. Aber bis dahin ist noch etwas Zeit.

    Wie schon in der Schwangerschaft ist „zeitgerecht entwickelt“ die Auszeichnung schlechthin für mich. 

    Zum Abschluss gab mir die Ärztin noch mit auf den Weg, dass ich es weiterhin genauso machen solle wie bisher auch. Wir machen das ganz toll und man merke unsere Bindung. Das war eines der schönsten Komplimente überhaupt. Da war ich doch ein bisschen stolz.

    Es ist Liebe.

    Schon vorher kreisten meine Gedanken immer wieder darum, dass es geklappt haben musste, aber seit diesem Moment als ich um 05:30 Uhr im schlechten Badezimmerlicht aller Zeiten, diesen Hauch von Strich entdeckte, kann ich an nichts anderes mehr denken. Es gibt keinen Zweifel, du bist da. Und wenn ich es wieder nicht glauben kann, schaue ich auf den Teststreifen, der mir jedes Mal ein schiefes Grinsen ins Gesicht zaubert.
    Du bist da! Und das macht mich so unfassbar glücklich.
    [05. Mai 2016]

    Als sich der Tag der letzten Pille jährte, wurde ich ungeduldig. Ich begann mich über Kinderwunschzentren und Spermiogramme zu informieren. Ich beriet mich erneut mit meinem Frauenarzt und ging noch mehr in mich. Ich begann mich in die verschiedenen Behandlungsmethoden einzulesen, suchte Informationen über Alternativen. Ich fand mich mit dem Gedanken einer Laparoskopie ab, begann nachzulesen, wie man ein ggf. schlecht ausfallenden Spermiogramm aufpeppen könnte. Ich vereinbarte einen ersten Termin in der Kinderwunschklinik und beim Andrologen. Informierte mich über Kostenübernahmen.

    All das ohne den Optimismus zu verlieren. Ich wollte einfach vorbereitet sein, damit mich das, was vielleicht kommen sollte nicht wie ein Hammer treffen würde.

    Bevor ich positiv testen durfte, träumte ich wieder davon schwanger zu sein. Es war aber noch zu früh zum Testen. Mein Bauchgefühl sagte mir aber auch ganz deutlich, dass es geklappt haben musste. Es konnte gar nicht anders sein. In der Nacht bevor ich testen wollte, träumte ich von 3 positiven Tests. Das war exakt die Anzahl, die es benötigte, um einen wirklich eindeutigen Strich zu erkennen.

    Jetzt liegt dieses kleine große Wunder in meinem Arm. Es quietscht, lacht und strampelt wild herum.
    Er nimmt uns ein und erfüllt mich mit Liebe, Glück und Stolz. Unglaublich, dass er vor kurzem noch in meimem Bauch gewesen sein soll!

    Unsere Welt auf den Kopf gestellt. Alles wurde durchgeschüttelt und ich kann mir nichts Schöneres vorstellen.

    Heute vor einem Jahr begann etwas ganz Kleines für uns etwas Großes zu sein. 💙

    Kleine Auszeit

    Letzten Samstag begann mein Rückbildungskurs. Eigentlich wollte ich schon 8 Wochen nach der Geburt anfangen,aber leider war der Kurs, den ich besuchen wollte, schon voll. 

    Die anderen Kurse zur gleichen Zeit waren entweder voll oder für uns nicht geeignet. Ich wollte gerne einen Kurs ohne Baby besuchen, denn der Kleine ist sehr anhänglich und mit ihm komme ich einfach nicht dazu Übungen zu machen, das kann ich dann also auch gleich bleiben lassen. Kurse am Abend sind doof, weil der Freund regelmäßig Rufbereitschaft hat und das dann zeitlich nicht hinkommt und mich der Kleine abends einfach braucht. Vielleicht ginge es mit genug Milch, aber das Abpumpen ist bei mir nicht so ergiebig. 
    Im Nachhinein stellte sich der spätere Einstieg als genau richtig heraus, denn ich glaube, das hätte so früh noch nicht geklappt.

    Ich habe mich richtig darauf gefreut, endlich wieder etwas Sport zu machen. Am Abend vor dem Kurs verließ mich dann die Vorfreude und ich wünschte der Kurs wäre schon rum. Das beschreibt meine Gefühlslage zurzeit recht gut. Ein ständiges Auf und Ab.

    Samstagmorgen stand ich um 7:15 Uhr auf, zog mich an, stillte den kleinen Mann nochmal ausgiebig, damit er die kommenden 2 Stunden ohne Hunger übersteht (wir stillen aktuell sehr häufig, da ist doch was im Busch!) und machte mich dann auf den Weg.

    Schon alleine die Fahrt hob meine Laune deutlich. 20 Minuten ohne Gebrüll, dafür mit lauter Musik, ganz für mich allein. 
    Im Kurs erblickte ich sogar ein paar bekannte Gesichter aus dem Schwangerschaftsyoga, das war schön. Wir quatschten ein bisschen und dann ging es auch schon los.

    Die Hebamme, die den Kurs leitet ist wirklich toll. Sie hat 7 Kinder und weiß wovon sie spricht. Ich hatte auch überlegt mich von ihr in der Schwangerschaft betreuen zu lassen, entschied mich aber dagegen, weil ich ja im Geburtshaus entbinden wollte. Beim Nächsten dann. ;-)

    Sie erklärte ein bisschen den Beckenboden und machte nochmal deutlich, dass die Rückbildung nach dem Kurs nicht abgeschlossen sei, wir auch während des Kurses alle zwei Tage ein paar Übungen machen nd danach auch für Bewegung sorgen sollten. Nach 3 Monaten regelmäßigem Sporteln, sei der Beckenboden meist wieder recht fit. Mit 40 würde man sonst merken, dass es falsch war,sich keine Gedanken darum zu machen.

    Und dann ging es ans Eingemachte. Was hat mir das gefehlt! Das war zum Teil echt anstrengend, ich könnte auch einfach gar keine Bauchmuskeln haben, das wäre kaum ein Unterschied. Ich bin froh, schon vorher ein bisschen was zur Wahrnehmung des Beckenbodens gemacht zu haben, sonst wäre ich wohl nicht mitgekommen.
    Eshat echt Spaß gemacht und ich bin fast traurig, dass der Kursnur 5 Einheiten hat.

    Es tat so gut sich zu bewegen und mal 2 Stunden nur für mich zu haben. Mein Gewissen zwickt auch ein bisschen, weil ich nicht vor Vermissung zergangen bin. Dafür hatte ich keine Zeit und ehrlich gesagt, habe ich so wenig Zeit für mich, ohne Haushalt oder solchen Kram, die sauge ich dann einfach auf.

    Gefreut gabe ich mich auf meine beiden Männer aber trotzdem. Die haben das natürlich wunderbar gemeistert, auch wenn der kleine Mann das Nickerchen verweigerte und dann etwas grumpy war. Aber daran hatte ich auch nicht eine Sekunde gezweifelt.

    Allein, allein

    Der Freund bekam die Möglichkeit an einem Lehrgang in Frankfurt teilzunehmen und so verbrachten der kleine Mann und ich viel früher als geplant ein paar Tage ohne Papa. Allein, allein.

    Ehrlich gesagt war ich davon gar nicht begeistert, aber was muss, das muss. Und immerhin waren es auch nur 2 Nächte. Meine Sorgen im Vorfeld waren absolut unbegründet. Wir beide haben das ganz gut hin bekommen, würde ich sagen. Ich bin müder als sonst, das kann aber auch daran liegen, dass der kleine Mann leider seine Schlafintervalle deutlich verkürzt hat. Außerdem ist das Wetter richtig schlecht, da komme ich nie in Fahrt und auch dem Kleinen scheint das und der Frischluftmangel (ja, mir war das zu kalt und nass da draußen) aufs Gemüt zu schlagen.

    Eigentlich war es sogar ganz schön, nur wir zwei. Wir haben viel gestillt & gekuschelt. Und ich weiß jetzt, dass es klappt, wenn es muss. Aber ich bin auch sehr froh darum, dass es nicht immer muss! Uns fehlt nach wie vor Routine und ein Rhythmus, aber ich war jeden Tag angezogen, habe die Zähne geputzt und gegessen habe ich auch. Gelegentlich waren sogar kleine Aufgaben im Haushalt drin. Es wird also. Wie man so zum Duschen kommen soll ist mir jedoch nach wie vor echt ein Rätsel.

    KiTa-Wahnsinn Teil II

    Oder vielmehr Betreuungswahnsinn Teil 2

    Nachdem mir letzte Woche die Großtagespflege anrief und mitteilte, sie hätten einen Platz für unseren Zwerg, aber nur,wenn wir ihn bereits zum 1. Oktober eingewöhnen oder sonst niemand den Platz nimmt und er dann bis Januar frei bleibt. Das trieb mir den Schweiß auf die Stirn und Tränen in die Augen. Denn Option eins ist keine Option für mich. Ich möchte mein Kind nicht mit 8,5 Monaten in die Betreuung geben – auch nicht für 10 Stunden in der Woche, wie es mir vorgeschlagen wurde – denn ich bin ja Zuhause. Und ich habe ohnehin nur ein Jahr, das ich komplett mit ihm verbringen darf. Ich will das nicht. Allein der Gedanke fühlte sich an als würde man ihn mir wegnehmen, da die Entscheidung dafür ohne äußere Notwendigkeit (also bis Januar), nur aus „Zwang“ getroffen würde. Option zwei dürfte unrealistisch sein, sobald klar ist wer einen Kita-Platz bekommt und wer nicht.

    Wie ich nunmal bin, machte ich mir direkt tausend Gedanken. Überlegte hin und her, kaute dem Freund ein Ohr ab. Der fand die Idee den Kleinen so früh einzugewöhnen auch doof. Er würde ihn am liebsten länger als ein Jahr zuhause behalten wollen, da sind wir uns einig. Geht halt nicht, aber das ist ein anderes Thema.
    Wir entschieden, dass wir die Platzvergabe abwarten und im Zweifelsfall den Rechtsanspruch geltend machen würden. Aber so richtig beruhigend war das halt auch nicht.

    Das ließ mir keine Ruhe und ich überlegte grob einen Plan. Ich beschloss die KiTas anzurufen, bei denen noch nicht klar war, dass wir keinen Platz bekommen, sollten die mir keine positive Auskunft geben, würde ich beim Tageselternverein nach anderen Tagesmüttern fragen. Hat ja auch irgendwie Vorteile gegenüber einer KiTa. Ist das nicht erfolgsversprechend, lassen wir uns rechtlich beraten. Soweit der Plan.

    Das zog sich nun zwei Wochen, weil ich immer irgendjemanden nicht erreichte. Der Leiter einer der Wunsch-KiTas, riet mir den Betreuungsplatz in der Großtagespflege anzunehmen. Er könne uns zwar nicht ab-, aber auch nicht zusagen. Für den nächsten freien Platz (ab März) gehe die Zusage erst im September raus. Meldet sich da ein Geschwisterkind oder jemand vor uns auf der Liste benötige den Platz noch, haben wir keine Chance. Bäh.

    Blieb die zweite Wunsch-KiTa, die vom Gefühl her ohnehin einen Hauch vorne lag. Heute habe ich endlich jemanden erreicht.

    Wir bekommen einen Platz!!!!

    Ich war am Telefon so perplex. Ich wollte nur die Chance erfragen und hatte nicht wirklich mit einer verbindlichen Auskunft gerechnet. Ich bedankte mich tausend Mal und vergoss ein paar Tränen nach dem Auflegen. Wir haben einen Platz! In einer schönen KiTa, fünf Minuten zu Fuß entfernt, in der ich mich sofort sehr wohl fühlte. Die Räume sind schön gestaltet, sie liegt nicht an der Hauptstraße und es gibt ein tolles Außengelände und einen Gymnastikraum! Und das Beste: der ü3-Platz ist auch sicher! Das ist hier nämlich nicht in jeder Einrichtung so. Ich kann unser Glück kaum fassen.

    Einziges Manko ist, dass es keine Ganztagesplätze gibt. Für den Anfang würde ich es eh nicht wollen, aber allein die Möglichkeit zu haben, wäre schön. Egal, völlig egal. 

    Wir kriegen einen Platz!