Nicht gut.

Es geht mir nicht gut. Ich hoffe, es ist nur einer dieser Hormonschübe, aber vielleicht ist es auch ein Stück Anspannung, das abfällt. Allerdings trage ich von dieser noch reichlich mit mir herum. Eine Schwangerschaft besteht leider in meinem Fall nicht nur aus Regenbögen pupsenden Einhörnern.

Heute laufen mir ständig die Tränen. Zum Frühstück weinte ich erst einmal los und auch sonst kann mich der Freund kaum ansehen, ohne dass ich losheule. Mich belastet die ungeklärte Situation mit meiner Krankenversicherung und die Tatsache, dass ich mich unbedingt bezüglich eines Wechsels informieren sollte. Das ist nichts, was man Mal so eben nebenbei macht. Leider.  Dafür habe ich aber einfach keine Ressourcen und gleichzeitig bekomme ich es nicht aus dem Kopf. Es ärgert mich, dass das so viel Raum einnimmt.

Ich hatte mir ausgemalt die letzten Wochen zu entspannen. Einfach nur die letzten Dinge erledigen und sonst einfach nur zu genießen. Aber das verhagelt mir gehörig die Stimmung. Ich fühle mich erschöpft. Und traurig. Ich hatte mir das anders vorgestellt.

In meinem Kopf kreist alles. Tausend Dinge. Aber allen voran die Lage des Babys. Ich weiß, es hat noch Zeit. Ja, aber ich kann den Kopf nicht abstellen. Ich kann nicht einschätzen wie es liegt. Am liebsten würde ich das dauerüberwachen. Mein Vertrauen und Bauchgefühl sind weg. Kaputt. Mir gefällt das nicht. Vielleicht ist das auch einfach nur der Überforderung zuzuschreiben, aber das ändert an der Tatsache nichts, dass ich wirklich Angst habe, das Baby könnte sich nicht drehen. 

Ich probiere wirklich alles aus. Das könnte auch die Krux an der Sache sein,i ch weiß es nicht. Ich wünsche mir nur einfach so sehr, dass Baby sich dreht. Damit fiele so viel von mir ab. Aktuell steht einfach alles auf der Kippe. Mit einer Beckenendlage darf ich weder Zuhause noch im Geburtshaus entbinden. Dazu kommen die Risiken der spontanen Geburt einer BEL vs. Risiken eines Kaiserschnitts. Gedanken an eine äußere Wendung. Horrorstories darüber, eine Koryphäe mit einee sanften Alternativen hunderte Kilometer entfernt. 

Ich weiß, dass ich einfach Vertrauen haben sollte. Das möchte ich so sehr. Es hat noch alles Zeit und sonst hat es möglicherweise seine Gründe. Aber ein Kaiserschnitt wäre aktuell das Schlimmste für mich. Ich wünsche mir so sehr eine natürliche Geburt für das Baby und mich. Ich möchte unbedingt diese Erfahrung machen. Alles andere fühlt sich so falsch an. Ich habe furchtbare Angst davor. Mein Kopf kreiselt um sich selbst.

Dazu kommt, dass Freund krank ist und es tut mir wirklich leid ihn so zu sehen. Ich bin traurig, weil er,statt Urlaub mit mir zu machen wie es geplant war, von einem fiesen Infekt niedergestreckt wurde. Ich hatte mich sehr auf diese Woche gefreut, da wir die letzten Monate so viel um die Ohren hatten. Ich brauche ihn einfach gerade sehr..
Nächste Woche ist er noch einmal beruflich unterwegs und das macht mir wirklich zu schaffen. War es letzten Monat kein Thema, graut es mir jetzt richtig davor. Ich will nicht alleine sein.

An guten Tagen, käme ich mit all dem zurecht, aber heute ist leider kein guter Tag. Gar nicht.

Mutterschutz

[34 Wochen & 0 Tage]

Heute beginnt der Mutterschutz.
Ich habe diesen Tag so sehr herbei gesehnt. Schon seit Ende September zählte ich die Wochen und nun ist es endlich soweit.

Die letzten Wochen bei der Arbeit waren anstrengend. Ich hatte wirklich viel zu tun und wusste zeitweise nicht mehr wo mir der Kopf stand und natürlich wurde es auch körperlich anstrengender.
Das lange Sitzen gefiel meinen Beinen nicht und später auch meinem kleinen Mitbewohner, der mir doch recht deutlich zeigte, dass sitzend zu wenig Platz ist.
Der Bauch wird größer, alles anstrengender. Das ist ja an sich nichts Neues, für mich aber schon. Natürlich hatte ich davon gehört, aber es selbst zu erleben, wenn sich der Körper selbst zu eng anfühlt und man dann in Klamotten gequetscht 8 Stunden vorm PC sitzen muss, ist noch mal was anderes.

Sonst geht es mir körperlich ganz gut. Ich bin dankbar, dass mein Rücken mitgemacht hat, aber ich mache nun einfach 3 Kreuze, dass es vorbei ist.
Ich nutzte die letzten Tagen, um auch im Büro auszumisten. Es fühlt sich ganz eigenartig an, meinen Arbeitsplatz auszuräumen. Und als ich mich dann mit Kuchen von allen verabschiedete, meldete sich auch ein bisschen Trennungsschmerz. Ich freue mich wirklich unglaublich auf die freie Zeit und habe keine Chance ausgenutzt, das den Kollegen auch auf die Nase zu binden, aber ich gehe hier seit vielen Jahren fast täglich hin, da ist es schon komisch, wenn man plötzlich mit gepackten Sachen vor der Tür steht und weiß, dass man man nicht so bald zurückkehren wird. Mir war wirklich ein bisschen schlecht als ich das letzte Mal über den Gang lief.
Der letzte Tag gestaltete sich etwas unenspannter als erhofft, aber als ich das Gebäude verließ und tief durchatmete, fiel eine Last von mir ab  und ich fühlte mich gleich viel befreiter.

Ich freue mich so unfassbar auf die freie Zeit. Ich habe nun täglich 9 Stunden mehr Zeit, die ich auf das Baby und mich verwenden kann. Ich wünsche mir sehr nun zur Ruhe zu kommen, wieder Zeit zum Träumen zu haben.
Ich möchte die letzten Wochen der Schwangerschaft noch einmal richtig genießen und bewusst erleben können. Die Wochen zuvor waren so voll gepackt und flogen einfach nur so vorbei.

Ab jetzt möchte ich die Dioden Gedanken beiseite schieben und positiv denken. Das klappte im Zyklzs, in dem ich schwanger wurde auch ganz gut. Es wird sich schon alles irgendwie finden.

Mutterschutz also. Ein weiterer großer Meilenstein, der mir wieder einmal vor Augen führt, dass am Ende dieses Abschnitts das größte Abenteuer unseres Lebens warter.

Das mit der Ruhe und dem Sturm

Tatsächlich konnte mich der Arztbesuch beruhigen. Der Gebärmutterhals lag bei 41 mm und keine Trichterbildung zu erkennen. In den nächsten zwei Wochen ist laut Arzt also nicht mit dem Baby zu rechnen, das ist super! 

Ich konnte auch einen niedlichen kleinen Poppes sehen, der noch immer nach unten sitzt. 

Weniger nett war dann die Nachricht meiner Versicherung gewisse Leistungen nicht zu übernehmen zu wollen, die wirklich jede Versicherung zahlt. Das verhagelte mir den Abend und zog mich auch heute runter. Wieder etwas, das geklärt werden muss.
Ich fühle mich ein bisschen verhext. Es scheint gerade so als würde eines das Andere ablösen.

Mir fällt beim Schreiben gerade auf, dass ich mich zwar viel mit dem Drumherum beschäftige, aber das Baby selbst so kurz kommt. Das tut mir so leid. Ich hatte einfach keine Energie meine Bücher zu lesen. Es fehlt sogar die Zeit zum Träumen, weil ständig irgendwas los ist. Nicht alles ist schlecht, bei weitem nicht, aber Zeitfresser sind es dennoch.

Einfach Mal nichts tun, außer das, was ich möchte, das wäre fein. Ruhe statt Sturm.
Mir gefällt nicht wie jammerig das hier gerade alles ist, denn im Großen und Ganzen geht es mir gut und ich freue mich so unfassbar auf das Baby. Das kommt einfach viel zu wenig durch, weil gewisse Sorgen momentan alles einnehmen.

44 Tage

[33 Wochen & 5 Tage]

Die Woche war geprägt von einem nicht stillstehenden Gedankenkarussell. Ich hatte viel zu erledigen, aber meine Gedanken fanden immer wieder den Weg zurück zur Lage des Babys.

Immerzu beschäftigte ich mich damit, was man tun könnte, damit unser Mäuschen sich noch dreht.

„Es hat noch ausreichend Zeit! Manche Kinder drehen sich noch in der letzten Minute. Du siehst doch wie doll sich der Bauch verformt und du spürst genau, dass sich das Baby noch bewegen kann und in dir rotiert!“ bete ich mir immer wieder vor, während ich mir mit der indischen Brücke fast das Kreuz breche.

Auf Licht reagierte die kleine Motte auch ganz gut, drehte sich aber wieder um. Allerdings werde ich das immer wieder mal probieren, einfach weil es so unheimlich faszinierend ist, wie das Baby auf das Licht reagiert und sich die Bewegungen anfühlen. Wie gesagt, wechselt es ohnehin ständig die Position. Zum Teil recht schmerzhaft für mich, insbesondere, wenn es sich nur direkt im Bauch quer legt.

Es ist kein Geheimnis, dass ich mir eine Geburt im Geburtshaus wünsche. Inzwischen liebäugle ich sogar sehr mit einer Hausgeburt. Das ist aber nicht möglich, wenn Mäuschen den Po weiterhin nach unten streckt. Eine natürliche Geburt wäre nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich und ob ich die erfülle, werden wir dann noch sehen. Außerdem ist meine Hebamme ja auch noch 2 Wochen im Urlaub und ich dann vollends auf das Krankenhauspersonal und dessen Wohlwollen diesbezüglich angewiesen. Es würde die ganze Sache allerdings erheblich verkomplizieren, da unter Umständen auch ein relativ weit entferntes Krankenhaus meine Anlaufstelle Nr. 1 wäre, da dort eine sehr BEL-erfahrene Ärztin arbeitet. Sollte das dann alles ganz doof ausgehen und in einem Kaiserschnitt enden, wäre ich echt weit weg vom Freund. Das wäre wirklich schlimm für mich.

Ich versuche mich damit anzufreunden, dass es auch so auf einen Kaiserschnitt hinaus laufen könnte. So oder so. Aber das will noch nicht so recht funktionieren. Ich versuche die Gedanken loszulassen, spreche mit dem Baby, bitte es sich doch zu drehen, damit ich zur Ruhe komme.

Es ist noch Zeit! Einatmen. Ausatmen.

Nicht besonders hilfreich ist dabei der Bauch, der immer wieder hart wird und mir ein bisschen Angst macht, dass das vielleicht schon in Richtung Senkwehen und damit Geburtsvorbereitung des Körpers ist. Dabei weiß ich auch, dass das völlig normal ist. Schließlich wird mein Bauch schon seit der 28. Woche immer mal wieder fest, aber auch das hatte keinerlei Auswirkungen. Übungswehen halt. Alles wird anstrengender und das Baby immer größer. Da wird bei den wilden Drehungen im Bauch eben auch mal der Bauch fest. Ich habe aber schon festgestellt, dass das weniger ist, wenn ich entspannter bin, aber wen wundert das. Wenn ich ständig auf Achse bin, strengt das eben an.

Seit dem Wochenende fühle ich mich plötzlich deutlich positiver. Total optimistisch. Ich habe viel abarbeiten können und plötzlich fühlt es sich an als wäre noch richtig viel Zeit.
Während des Kinderwunschs beschäftigte ich mich nach einer Weile auch mit künstlicher Befruchtung und allen möglichen Dingen. Dabei fühlte es sich aber nie an als würde es mich wirklich betreffen. Ich war davon überzeugt, dass es von alleine klappen würde, wenn der Zyklus erstmal rundläuft. Und so war es. Ich wusste damals sicher, dass ich schwanger bin. Es konnte gar nicht anders sein. Und so fühlt es sich auch jetzt an. Ich beschäftige mich durchaus intensiv mit den Möglichkeiten, aber es fühlt sich so an als würde sich alles selbst ins Lot bringen. (Murphy, ich bitte dich, hör einfach mal weg, ja?!) Wir haben also noch Zeit.

Vielleicht regelt sich ja alles, sobald ich aufhören kann zu rotieren. Gefühlt steht bei mir seit Monaten alles Kopf, wer weiß, vielleicht überträgt sich das auch so. Ich freue mich jedenfalls sehr auf den Mutterschutz und erhoffe mir mehr Zeit für das Baby und mich.

Der Freund wird demnächst noch eine Woche beruflich unterwegs sein. Ich kenne mich ja, deshalb habe ich das Angebot des Arztes angenommen und lasse noch mal nach dem Gebärmutterhals sehen, damit ich zumindest dort einen Befund habe und weiß, ob ich so weitermachen kann wie bisher oder mich zumindest schonen sollte, damit es hier nicht viel zu früh losgeht. Auch, wenn ich –wie schon zig Mal erwähnt- absolut nicht daran glaube.

Zahlen sind Fakten und Fakten beruhigen mich. Mir ist durchaus bewusst, dass der Schuss auch nach hinten losgehen kann, aber bisher war ich vor den Messungen immer nervös und rechnete aufgrund vieler Berichte von Bekannten und Freundinnen immer mit einem verkürzten Gebärmutterhals o.Ä. und nie war etwas. Im Gegenteil, es war immer ok. Und wenn nicht, weiß ich zumindest Bescheid. Es kann immer anders kommen.
Ich erhoffe mir dasselbe vom heutigen Termin und ich der Abwesenheit des Freundes ein klein wenig entspannter entgegen blicken kann. Auch ein top Befund, muss nichts heißen, aber trotzdem. Und außerdem ist da ja noch immer mein Bauchgefühl, das mir sagt, dass alles gut wird,

Hach ja, es ist schon nicht immer leicht, ich zu sein.

10. Vorsorgeuntersuchung } Hebamme

[ 32 Wochen & 6 Tage]

Gestern hatte ich mal wieder eine Vorsorge bei meiner Hebamme.
Nachdem der Termin morgens spontan um 2 Stunden nach hinten verlegt wurde, machte ich mich also am späten Nachmittag durch den Feierabendverkehr auf den Weg ins Geburtshaus. Auch nicht schlecht, dachte ich mir und beobachtete die Zeit. Es dauerte etwa 25 Minuten von Haustür zu Haustür, ich denke das ist in Ordnung.
Als ich dann im Geburtshaus ankam, arbeiteten wir erst mal meinen langen Zettel voller Fragen ab, ehe es an die eigentliche Untersuchung ging. Einige Fragen konnten geklärt werden, andere – die zur Geburt – verschoben wir auf den nächsten Termin. Da wird der Freund dabei sein und alles rund um Geburt und Wochenbett besprochen. Erwähnte ich schon wie sehr die Zeit rast?

Ich erzählte, dass mein Bauch immer mal wieder fest wird. Gerade bei Bewegungen des Babys. Es drückt sich wirklich sehr an der Bauchdecke entlang und dann spannt es eben. Meine Hebamme erklärte mir, dass das durch meine Statur schon sein kann, aber solange es keine schmerzhaften Wehen sind, alles in Ordnung sei. Ich fragte sie auch noch zu ihrer Meinung bezüglich des Kontrollultraschalls in der 34. Woche, den mein Frauenarzt zur Abklärung einer Trichterbildung und/oder Gebärmutterhalsverkürzung vorgeschlagen hatte. Sie sagte mir klar, dass ich das für ich selbst entscheiden müsse. Wenn es mir ein gutes Gefühl gibt, ja. Wenn es mich verunsichert, dann nicht. Sie erklärte mir aber auch, dass der Körper sich etwa 4 Wochen vor der Geburt anfange vorzubereiten und diese sei eben ET +- 14 Tage. Wenn also jetzt eine Verkürzung oder ein Trichter zu sehen sei, würde das nur bedeuten, dass sich der Körper vorbereitet. Es heißt nicht zwangläufig, dass das Baby früher käme, es wäre aber kein behandlungsbedürftiger Prozess. Hier, wo ich wohne, würde man maximal Ruhe verschreiben und das Kind ansonsten kommen lassen.

Über den Mehrwert dieser Untersuchung müsse ich also selbst entscheiden. Einerseits könnte es mich verunsichern, andererseits könnte es mich auch beruhigen. Ich weiß noch nicht, was ich will, aber da mein Arzt heute einfach nicht ans Telefon ging, habe ich bis Montag noch mal Zeit darüber nachzudenken. Bisher war ja immer alles unauffällig und das obwohl ich schon seit der 28. Woche immer mal wieder einen harten Bauch bekomme.

Worauf ich am meisten hinfieberte war die Untersuchung des Urins (alles top!) und der Kindslage. Leider liegt das Baby weiterhin in Beckenendlage. Meine Hebamme erklärte mir, dass da durchaus noch Zeit sei und sie vermute, dass sich da was tun könnte, sobald ich im Mutterschutz bin und zur Ruhe komme. Sollte es bei der nächsten Untersuchung weiterhin falsch herum liegen, würde man mal überlegen, was man so machen kann. Mir ist bewusst, dass es auch einfach so bleiben könnte und das Baby seine Gründe hat sich nicht zu drehen.
Ich mache mir dennoch Sorgen und bin nervös. Denn eine Beckenendlage ändert alles. Damit fiele eine Haus- oder Geburtshausgeburt aus. Das wäre ja auch der Fall, wenn es einfach früher käme. Damit käme ich zurecht, wenn es richtig herum liegt. Wenn nicht, kreist das Skalpell schon über mir und das will ich nicht. Das wäre mit meiner Hebamme zusammen anders. Sollte es sich also nicht drehen, wäre es mir zumindest sehr lieb, das Baby käme erst nach den ganzen Feiertagen. Aber das wünsche ich mir ja ohnehin.

Naja, ich kann also nicht viel tun als zur Ruhe zu kommen (haha), abzuwarten und in mein Baby zu vertrauen. Für eine Drehung braucht es nur ein paar Sekunden und von denen habe ich ja noch ein paar bis zur Geburt. Also positiv denken. Für gedrückte Daumen bin ich gerne zu haben!

Ach Mäuschen, es wäre wirklich eine Erleichterung für mich, wenn du dich auf den Kopf stellen würdest.

Erinnern und vermissen

Heute vor einem Jahr verlor ich mein erstes Kind.
Ich erinnere mich noch genau an diesen Tag, während es sich gleichzeitig ein wenig wie weichgezeichnet anfühlt. Eine Erinnerung, die sich so irreal anfühlt und doch überrollt sie mich noch immer gelegentlich mit solch einer Wucht. Ich weiß genau was ich tat als die Bauchschmerzen begannen und wie unsicher ich war, ob ich wirklich ins Krankenhaus fahren sollte. Ich kann die Verzweiflung noch immer spüren, die mich durchschüttelte als ich das Blut sah. Ich ahnte sofort was das bedeutete, wollte es aber nicht wahrhaben. Klammerte mich wie eine Ertrinkende an die Hoffnung, dass sich alle irren und ich im Juli ein gesundes Baby in den Armen halten würde.
Mein Wunsch sollte nicht in Erfüllung gehen. 2 Monate später bestätigte mir der Arzt, dass die Natur alles von alleine geregelt hatte. 

In diesem Jahr ist unheimlich viel passiert. Auf die Trauer folgten Angst und Unsicherheit, ob ich jemals ein Baby bekommen würde. Aber schon kurze Zeit später zog unser Winterwunder bei mir ein und entfachte damit ein Glück, das ich nicht für möglich gehalten hatte.
Der Tag des errechneten Entbindungstermins war schlimm, aber die Freude auf das Baby in meinem Bauch machte es erträglich. Und auch jetzt, während ich diese Zeilen tippe, wühlt sich unser kleines Winterwunder durch meinen Bauch als wollte es mich trösten.
Auch wenn ich diesen kleinen Mensch niemals kennenlernen durfte, ist er ein Teil von mir und wird es immer sein.

Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass ich jemals über das Geschehene sprechen können würde ohne sofort in verzweifelte Tränen auszubrechen. Es wird besser, aber es schmerzt noch immer und wahrscheinlich wird sich das niemals ändern. Aus der klaffenden Wunde wurde eine Narbe.

Es gibt Momente, an denen ich mich frage, warum alles so kommen musste, wie es kam. Wie es wäre, wenn du bei uns sein könntest. Wie du aussehen würdest. Wie du wärst. Und dann rollen auch ein paar Tränen.

Heute fällt es mir besonders schwer zu verstehen, warum du nicht bei uns bleiben durftest, warum du uns genommen wurdest. Du warst gewünscht und sehnlichst erwartet. Ich habe mich so sehr auf dich gefreut. Du fehlst mir. In meinem Herzen tobt ein Sturm. Ich muss immer wieder doll schlucken und die Tränen bahnen sich ihren Weg. Da sind so viele Worte, die ich sagen möchte, die ihren Weg nicht nach außen finden. Sie scheinen nur für dich bestimmt zu sein, ich bin sicher, du hörst sie. Es tut so weh.

Du bist unvergessen. Tief in meinem Herzen. Unser kleiner Stern.

Zusammengefasst } 8. Monat

Woche: 29. – 32. Woche
Das Baby: Kürbis (1.150 – 1.500g)
Unser Spatz ist nach Aussage des Arztes bisher ein zartes Kind.
Ich spüre jede Bewegung. Jede Drehung, den Schluckauf. Alles. Anfang des Monats waren die Bewegungen zum Teil auch unangenehm. Inzwischen haben die Tritte und das Boxen abgenommen, aber ich spüre noch deutlicher, wenn sich das Baby durch den Bauch schiebt. Das ist ganz besonders. Ich vermisse das Rumpeln aber auch ein bisschen, ich muss das doch noch filmen! Baby turnt auf jeden Fall noch durch den Bauch und liegt ab und an auch quer. Letzten Monat trat es gerne unter die Rippen, in den letzten Wochen schob es sich gerne Mal komplett darunter. Das fühlte sich an als möchte es gerne meine Rippen nach außen stülpen. Da hilft nur ganz lang machen.
Bauch:  87 cm – 88 cm – 88,5 cm – 89 cm
Körper & Wehwehchen: Das Kreuzbein zwickt ab und an und dank der Eisentabletten ist meine Verdauung auch eher, naja, sagen wir mal schwergängig. Langes Stehen sorgt für Schwindelanfälle und ich bin schneller erschöpft. Alles nicht so ungewöhnlich im 8. Monat, würde ich sagen. Ich hatte auch die ersten Übungswehen. Wenn man dem Internet glauben kann, zum Teil sogar recht regelmäßig. Bisher sieht alles sehr gut aus, sie scheinen sich also nicht auf den Gebärmutterhals auszuwirken. Eigentlich gehe ich damit auch entspannt um, denn irgendwann muss die Gebärmutter ja mal anfangen zu üben. Nur, wenn man dann den Fehler macht zu googeln. Naja, man kennt das ja!
Haut/Haare/Nägel: In der 30./31. Woche hatte ich unreine Haut im Gesicht. Der Rest benötigt nach wie vor viel Feuchtigkeit.
Untersuchungen/Arzttermine: Einmal bei meiner Hebamme und das 3. Screening beim Frauenarzt.
Geht gut: Überraschenderweise ist es trinken! Mir fällt es an sich echt schwer, aber mir wurde geraten 2-3l täglich zu trinken und mittlerweile verlangt mein Körper inzwischen richtig danach. Ich habe viel Durst, muss aber auch ständig pieseln.
Geht gar nicht: Traubensaft auf nüchternen Magen, der hilft allerdings bei den Eisentabletten… Richtig gut schlafen! Entweder wie ein Stein oder gerne auch mit einem netten Traum. In letzter Zeit verarbeite ich nachts immer, was mich tagsüber beschäftigt.
Must have /Essverhalten/Gelüste: Ofenkürbis mit Feta! Und Mandarinen! Könnte ich mich reinsetzen! Ich könnte auch ständig Lebkuchen essen, aber das liegt eher an der Jahreszeit als an der Schwangerschaft. Ich habe immer mehr Lust auf gesundes Essen. Vorher konnte ich ja alles Essen. Hauptsache Nahrung. Aber ich merke wie unglaublich gut mir frisches, gesundes Essen tut. Außerdem habe ich Artischocken für mich entdeckt! Ich kann nur noch kleine Portionen essen, dafür bin ich dann gefühlt ständig am Futtern.
Der Papa: Er kümmert sich toll um mich, nimmt mir immer mehr Arbeit ab. Jetzt ist er eine Woche beruflich unterwegs. Es fiel ihm wirklich schwer zu gehen.
Er freut sich sehr auf das Kleine und bekommt nach wie vor leuchtende Augen, wenn er das Baby spüren kann. Ach, er ist allgemein einfach ziemlich niedlich!
Der beste Moment: Wenn unser Spatz auf unsere Berührungen reagiert ist das immer wieder ganz besonders.
Und sonst? Wir haben sowohl den Geburtsvorbereitungskurs als auch den erste Hilfe Kurs am Kind erfolgreich hinter uns gebracht. Ich kann wirklich jedem empfehlen den erste Hilfe Kurs zu belegen. Vieles weiß man sicherlich schon und würde es intuitiv richtig machen, aber es gibt eben doch auch einige Unterschiede. Damit sind diese Termine alle erledigt und ich bin ehrlich froh darum.

Außerdem befinden wir uns auf der Zielgeraden was die Anschaffungen angeht. Aber dazu schreibe ich wann anders mal einen eigenen Eintrag.

monatsuebersicht_8

 

1. Monat | 2. Monat | 3. Monat | 4. Monat | 5. Monat | 6. Monat | 7. Monat

Nachnachtrag

Ich berichtete ja schon hier und hier über gewisse Schwierigkeiten was die Betreuung während der Schwangerschaft angeht.

Nun fand das Gespräch mit meinem Arzt statt. Und es verlief äußerst positiv. Wir konnten im Grunde alles klären. Er entschuldigte sich erneut für sein „unprofessionelles Verhalten“ (ja, seine Worte), er habe emotional reagiert. Man muss ihm ja auch zugestehen, dass er trotz allem auch nur ein Mensch ist, finde ich. Es sei natürlich meine Entscheidung wie ich mich betreuen lasse und auch wenn er kein Freund außerklinischer Geburten sei, wünsche er mir, dass alles so verläuft wie ich mir das wünsche und trage diese Entscheidung mit. Er nehme die Betreuung einfach sehr ernst.

Wir sprachen auch noch Mal über die Abrechnungsgeschichte und es scheint als wäre es da eher die Hebamme, die Probleme sieht/macht wo keine sind. 

Man muss ja auch Mal ehrlich sein, es kommen durchaus auch von ihrer Seite negative Schwingungen bezüglich meines Arztes. Finde ich auch nicht sooo professionell. Es ist eine ziemlich doof Situation und ich bin froh, dass zumindest eine Seite nun geklärt ist. Denn letztlich sitze ich einfach nur dazwischen, denn das ist ein grundlegendes Problem.

(Der Freund findet die Hebamne generell belehrend, sie ist halt sehr Hebamme-Hebamme, wenn man das so ausdrücken will, aber das ist ein anderes Thema.)

Ich habe jedenfalls Mal noch wo anders nachgefragt und warte da auf Antwort.

Der Arzt erklärte, dass er aus Dokumentationsgründen jede Untersuchung eintrage (was ich für sinnvoll erachte), das habe nix mit der Abrechnung zu tun.

Selbstverständlich kann man außerplanmäßig etwas abklären lassen und 2 Tage später zur regulären Vorsorgeuntersuchung gehen (wenn ich mich recht entsinne, hab ich das in meiner Twitter-TL auch schon gelesen, mit dem Unterschied, dass es sich da um eine rein ärztliche Betreuung handelt). Alles andere mache gar keinen Sinn. Er habe auch genug andere Patientinnen, die sich im Wechsel betreuen lassen und da gebe es gar keine Probleme.
 
Er bot mir an, dass er zur 34. Woche noch einen Ultraschall machen könnte, um eine Trichterbildung und eine ggf. damit einhergehende Frühgeburtlichkeit auszuschließen. Und in der 37./38. Woche, um nach der Lage zu schauen, da er dringend von einer spontanen Geburt in einer Beckenendlage bei Erstgebärenden abrate. 

Mal sehen, ob ich das wahrnehmen möchte. Ersteres vermutlich schon und zur zweiten Aussage muss ich mich noch informieren. 
Aber im Idealfall hört das kleine Wutzelchen jetzt einfach bald auf zu rotieren und legt sich richtig rum. Noch ist ja etwas Zeit.

Ab wann lagen eure Kinder in Startposition?