1 Monat Januarbaby

Mein Winterwunder, mein Herzenswunsch, genau einen Monat bist du nun schon bei uns.

Du hast mir den Kopf verdreht!
Du bist so ein wunderbarer, kleiner Junge. Ich kann gar nicht anders als mich jeden Tag ein bisschen mehr in dich zu verlieben!

Einen festen Spitznamen hast du noch nicht. Du beglückst uns mit so vielen Grimassen und Gesichtsausdrücken, dass ich regelmäßig vor Niedlichkeit zergehe. Das hat dir schon ziemlich viele Spitznamen beschert.

Die ersten Tage mit dir waren wunderschön und fordernd zugleich. Dein Papa und ich wussten nicht so recht, was wir tun sollten und schon in der 2. Nacht standen uns die Schweißperlen auf der Stirn, weil du untröstlich weintest.

Seit wir Zuhause sind, spielen wir uns immer besser ein und wir konnten schon den ein oder anderen Weinanfall abwenden. Es ist schön zu sehen, dass ich dich und deine Zeichen besser verstehe.

Du bist ein langes, zartes Kind. Weil du so doll abgenommen hattest, verunsichert mich das noch ein bisschen. Du nimmst inzwischen zu, bewegst dich aber nach wie vor eher im unteren Bereich. Ich hoffe, du setzt bald ein bisschen Speck an.

Wir arbeiten zumindest daran! Du bist ein Stillprofi! Von Anfang an wurde dir eine super Technik attestiert. Die anfänglichen Schwierigkriten waren eher in deiner Müdigkeit und zu wenig Milch begründet. Davon ist nun aber nichts mehr zu spüren. Selbst Fläschchen brachten dich nur einmal kurz durcheinander, das legte sich aber schnell wieder.

Anfangs verzichteten wir aus Angst, dass du dann nicht genug stillen könntest, auf den Schnuller. In der 3. Woche haben wir es dann doch versucht und was soll ich sagen?! Die Angst war unbegründet.
Du meldest dich schon, wenn du Hunger hast! Oft schmatzt du und nuckelst an deinen Händen, aber manchmal schnüffelst und grunzt du auch, was dir den Spitznamen Trüffelschweinchen beschert hat.
Du bist bisher kein besonders ausdauernder Nuckler, zumindest nicht am Silikonsauger. Rechtzeitig in den Mund gesteckt, hilft er dir aber, dich zu beruhigen, sonst kannst du nichts damit anfangen. Ich könnte sehr gut damit Leben, wenn das so bleibt.

Die Schlafanzüge in Größe 50 konnten wir direkt aussortieren. Davon abgesehen, dass deine Beinchen dafür zu lang sind, hasst du die Füßchen! Du strampelst dich immer raus und bist dann im Strampler gefangen. Einteiler mit Füßchen sind also so gar nicht dein Ding. Die Bodies hingegen, trägst du zum Teil immernoch.
Oberteile und Bodies in 56 sind noch etwas lang in jedem Fall aber zu weit.

Du bist ein kuscheliges, ausgeglichenes Baby. Auch schon im Bauch warst du eher ruhig, ich bin gespannt, ob das so bleibt.
Nur bei Hunger kannst du wirklich ungehalten werden. Da bist du ganz die Mama.

Gegen Abend wirst du oft etwas unruhiger. Das war die Zeit, in der du auch im Bauch deutlich auf dich aufmerksam machtest. Aber auch das läuft meistens gesittet ab.

Einige Abende seit deiner 4. Lebenswoche und auch zwei Nächte hattest du furchtbar zu kämpfen. Ich kann nicht sagen, was dich quälte, ob es Bauchweh war oder einfach zu viele Eindrücke, aber du schriest es raus. Du hast so doll gebrüllt, dass du richtig lila angelaufen bist und kaum Luft bekamst. Manchmal waren deine Schreie so spitz, dass mir die Tränen in die Augen schossen,so sehr konnte man deine Verzweiflung spüren. Dein Wimmern bricht mir das Herz. Es ist so hart dich so zu sehen und einfach nichts tun zu können als da zu sein und dich zu halten. Wir haben viel versucht, aber am Ende hilft das am besten: aushalten und leise mit dir sprechen. Irgendwann hört es auf und du schläfst erschöpft auf meiner Brust ein.

Die Nächte sind bis auf wenige Ausnahmen ganz gut. Ich kann mich ehrlich nicht beschweren. Du glaubst nicht wie dankbar ich dir dafür bin, denn vor dem Schlafmangel hatte ich am meisten Bammel! Du hast noch keinen richtigen Rhythmus, was das Einschlafen angeht. Das nehmen wir so an wie es kommt, aber deine erste Schlafphase dauert etwa 4 Stunden. Wenn du hungrig wirst, beginnst du zu moppern oder zu quängeln. Dann wirst du gestillt und kommst ab da etwa in 2 Stunden Abständen. Manchmal sind die Abstände auch etwas länger, selten viel kürzer. Unterm Strich stehen 2 bis 3 Stillstopps bis du dann gegen 8 Uhr den Tag beginnst. Eine Nacht schliefst du versehentlich 12 Stunden durch, meine Brüste wären fast explodiert! 

Das Schlafen ist so eine Sache. Das tust du bis auf wenige Ausnahmen reichlich. Allerdings bist du nicht dazu zu bewegen im Schlafsack oder Beistellbett zu schlafen. Der Schlafsack irritiert dich und du wirst sehr unzufrieden.
Jeder Kindearzt würde die Hände über Kopf zusammen schlagen. Aber in den Moment in dem dein Köpfchen das Beistellbett berührt, wirst du wach, egal wie tief du zuvor geschlafen hast. Eigentlich findest du alles doof, was zum Thema Babyschlaf empfohlen wird. 
Du brauchst Körperkontakt und schläfst deshalb bri uns im Bett. Sobald du schläfst, kann ich dich mit deiner Wolldecke in das Stillkissen oder neben mich legen. Aber bitte nicht auf den Rücken, denn sonst wirst du wach. Minimal links oder rechts und du schläfst super. Du bist Seitenschläfer durch und durch. 

Am liebsten schläfst du aber auf mir oder deinem Papa (wenn du davor eingeschlafen bist). Du kuschelst dich an und vergräbt deinen Kopf in meiner Armbeuge oder schläfst seelenruhig auf meiner Brust, am liebsten Haut auf Haut. Du liebst es, wenn man dir das Köpfchen steichelt, dabei wirst du ganz weich.

Du findest baden super! Dein erstes Bad hast du völlig entspannt mit großen Augen umher geschaut und genossen.
Auch im Kinderwagen und im Auto bist du ganz ruhig. Bewegung ist das Stichwort! Aber getragen wirst du doch am liebsten. Das ist so schön! Bei Papa in der Trage lässt es sich doch sehr gut aushalten und ihm gefällt das auch sehr.

Du bist so unfassbar niedlich.
Du schmatzt, gluckst, grunzt im Schlaf. Wenn du aufstoßen musst, legst du deine Stirn in Falten und ziehst eine Schnute. Damit siehst du aus eie ein Babyäffchen. Das ist zu niedlich! Du ziehst die lustigsten Grimassen und hast uns damit schon öfter herzhaft lachen lassen. Dein kritischer Blick ist herrlich!

Du wirst von Tag zu Tag wacher und aufmerksamer. Wenn der Hunger nicht zu groß ist oder der Bauch gerade drückt, schaust du dich inzwischen nach dem Aufwachen erst einmal ganz ruhig um. Die streckst und räkelst dich. Licht zieht dich magisch an.
Ich glaube, du erkennst deinen Papa und mich inzwischen.
Du schaust uns mit deinen großen blauen Augen an und hörst ganz geduldig unserem Gequatsche zu. Du reagierst auf uns und ab und zu schenkst du uns ein unglaublich schönes Engelslächeln. Du kleiner Schmunzelbär!
An deinem 2. Lebenstag huschte es zum ersten Mal über dein Gesicht als du bei deinem Papa auf dem Arm lagst. Du hättest ihn sehen sollen! Stolzer kann man gar nicht sein.
Du folgst dem Klang deiner Rassel und lässt dich dazu animieren den Kopf nach links und rechts zu drehen. Außerdem versuchst du manchmal dein Köpfchen zu halten, wenn du auf meiner Brust oder über der Schulter liegst. Das will noch nicht ganz so klappen wie du es möchtest, aber wir haben Zeit!

Jeder Tag mit dir ist anders. Wir haben keinen Rhythmus und noch keine Rituale. Wenn nicht gerade Termine anstehen, richten wir uns einfach nach dir. Um pünktlich zu sein, brauchen wir ziemlich viel Vorlaufzeit, das besteht joch Optimierungsbedarf. Aber sonst lassen wir die Dinge einfach auf uns zukommen.

Das Leben mit dir ist ein Abenteuer. Du bist aus unserem Leben nicht mehr weg zu denken.
Danke, dass du mich als deine Mama ausgesucht hast.

Ich liebe dich sehr.

Tagebuchbloggerei 2/2017

Es ist der 5. Februar 2017 – #WMDEDGT-Tag! Der erste mit Baby! Here we go!

Das Baby liegt friedlich schlafend neben mir als es plötzlich bedrohlich knattert. Windelalarm! Ich bitte den Freund die Windel zu wechseln. Das ist unser Deal, ich stille, er wickelt. Ich nutze die Chance, um aufs Klo zu gehen, ehe der kleine Mann riesigen Hunger bekommt.
Ich lege ihn an, er nuckelt kurz und schläft wieder ein. Ich mache mit.

Um 6:30 Uhr moppert es neben mir. Hunger! Also aufgesessen und los geht’s. Als der erste Hunger gestillt ist, beschließe ich das Baby noch zu wickeln.
Der Kleine räckelt sich genüsslich unter der Wärmelampe. Ich möchte gerade die frische Windel unter seinen Hintern schieben als er noch einmal nachlegt. Hmpf. Also noch mal von vorne!
Zurück im Bett stillen wir noch mal bis das Baby erneut im Land der Träume versinkt. Ich dagegen versuche mich auf 30cm halbwegs bequem um das Baby herum zu drappieren. Ich schiele etwas neidisch auf Mann und Baby, die beide ziemlich gemütlich den Schlaf der Gerechten schlafen. Das ist dieses Mamasein, von dem alle sprechen, oder?

Meine Erkältung lässt mich nicht mehr einschlafen. Ich surfe durch das Internet und genieße die Ruhe. Draußen zwitschern die ersten Vögel. Es klingt nach Frühling. Gegen 8 Uhr zwingt mich meine Blase aus dem Bett. Ich nutze die verbleibenden 20 Minuten bis zum Babyalarm für Körperpflege. Himmlisch das ganz ohne Hektik zu machen. Fürs Haare kämmen reicht es nicht mehr, aber das ist okay. Das Baby hat Hunger!

Zur Feier des Tages soll es Pancakes zum Frühstück geben. Der Freund und ich haben heute Jahrestag. Außerdem umsorgt er Baby und mich so toll, da kann ich ruhig auch einmal Frühstück zaubern. Geplant haben wir weiter nichts. Ich bin leider noch nicht so fit wie ich es gerne wäre, das Baby hält noch nichts von Plänen und darüber hinaus steht morgen eine Prüfung an, für die der Freund noch lernen muss.

Der Freund trägt das Baby durch die Wohnung, damit ich das Frühstück zubereiten kann. Ich freue mich riesig darauf. Die erste richtige Mahlzeit gemeinsam am Esstisch, seit der kleine Mann bei uns ist!
Natürlich wird er just in dem Moment hungrig, indem ich die Gabel in die Hand nehme. Da muss irgendwo ein Sensor eingebaut sein! Mit einem Kissen gepolstert, lässt es sich auch am Esstisch bequem stillen und so lassen wir es uns alle 3 schmecken.

Danach verkrümeln sich Baby und ich zurück ins Bett. Einer von uns schläft, die andere macht mit. Kurz darauf donnert es bedrohlich in der Windel. Der Kleine wird unruhig, Zeit für einen Boxenstopp. Das gefällt ihm nur semi gut, denn er scheint wieder hungrig zu sein. Da kommt er ganz nach mir, mit Hunger ist nicht zu spaßen! Da wird aus dem niedlichen Baby auch Mal ein kleiner Brüllaffe.

Der Freund packt den kleinen Mann aus, damit wir ein bisschen Haut an Haut kuscheln können. Das Baby genießt das immer sehr (und ich auch!) und so werden aus stillen und kuscheln direkt 2 Stunden Tiefschlaf. Ich fühle mich danach wie ein neuer Mensch.
Der Freund hat in der Zwischenzeit das Essen vorbereitet.
Dieses Mal genieße ich wieder stillend im Bett.

Man könnte den Eindruck bekommen, dass man nichts Anderes macht als zu stillen und Windeln zu wechseln. Irgendwie ist das auch so. Die restliche Zeit verbringe ich damit ihn anzuschauen. Er ist einfach perfekt! Ich liebe seine Mimik, seine Geräusche. Die Wärme, die er ausstrahlt. Und wenn er sich an mich kuschelt, ganz ruhig wird und mich mit seinen großen Augen ansieht, könnte ich heulen vor Glück.
Ich kann es nicht fassen, dass er nun schon 3 Wochen bei uns ist! Da schaut man einmal nicht hin, ist er schon fast erwachsen.

Das Wetter ist furchtbar, wir beschließen dennoch eine Runde an der frischen Luft zu drehen. Gegen den Lagerkoller und für den Süßhunger. Mit Kuchen bewaffnet, kehren wir wieder zurück. Das Baby hat den Ausflug zum Bäcker in der Trage verschlafen. Er liebt es getragen zu werden! Und der Freund genießt es genauso. Das freut mich total! Denn damit hatten wir beide nicht gerechnet. Der Kinderwagen fristet ein Schattendasein, aber auch seine Zeit wird noch kommen.

Kaum ausgepackt, ist das Babybäuchlein wieder bereit für Nahrung! Diese Stillsession verbringen der Freund und ich gemeinsam mit einer Folge The Good Wife und Kuchen. Der Freund geht wieder lernen und mich packt das schlechte Gewissen. Ablenkung und Alltag sind echt schön, aber diese Minibabyzeit rast nur so vorbei. Ich ziehe mit dem schlafenden Baby wieder zurück ins Bett.

Die kleine Schlafmütze schnorchelt leise vor sich hin. Manchmal wimmert er kurz auf, wird aber sofort ruhig, sobald ich sein Händchen streichle. Ich könnte ihn stundenlang beobachten. Moment, im Grunde tue ich genau das. Seine Grimassen sind einfach der Knaller und ich könnte mehr als einmal vor Niedlichkeit zerfließen. Den restlichen Abend verbringen wir abwechselnd mit stillen, schlafen, Windeln wechseln.
Sobald der Freund ausgelernt hat, gibt es Abendbrot. Aber eigentlich könnte ich auch schon wieder schlafen. Vielleicht mache ich das einfach, die nächste Stillrunde kommt bestimmt!

Piep.

Man sollte meinen im Wochenbett hätte man ziemlich viel Zeit. Schließlich heißt es in meinem Fall erst einmal mindestens 2 Wochen im Bett ausruhen. In Wahrheit ziehen die Tage nur so an mir vorbei.

Mittlerweile juckt es mich sehr in den Füßen, aber ich merke, dass es körperlich das einzig Sinnvolle ist. Mein Körper braucht noch Zeit zu heilen. Es sieht alles gut aus, fühlt sich aber nicht immer so an. Es ist und bleibt eine große OP, so ein Kaiserschnitt. In der Babyblase geht das manchmal ein bisschen unter und kommt mir erst dann wieder ins Bewusstsein, wenn die Narbe beim Versuch so zu tun als sei nichts gewesen, ordentlich zwickt. Außerdem hat mich der Freund im Auge. Beim kleinsten Anflug von „Ich mache jetzt dies und jenes.“ scheucht er mich zurück ins Bett. Er kennt mich ja, der Gute.

Ich bin leider keine dieser Mütter, die nach 3 Tagen den Kinderwagen perfekt gestylt durch die City schieben. Im Gegenteil, bin ich froh, wenn ich regelmäßig zum Zähneputzen komme. Verrückt, wenn man bedenkt, dass ich 80% meiner wachen Zeit nur im Bett rum liege. Andererseits ist das auch ganz gut so. Ich genieße die Zeit mit dem Freund und meinem Baby sehr. Wir kuscheln, stillen (großes Thema!) und liegen so rum. Der Freund umsorgt uns von A bis Z und wuppt den ganzen Laden alleine. Ich bin ehrlich überrascht! Nicht, dass ich ihm das nicht zugetraut hätte, aber er reißt sich wirklich ein Bein aus. Er kocht, putzt, kauft ein, wickelt, und und und. Ich muss ihn gelegentlich daran erinnern auch auf sich zu achten, so sehr ist er auf uns bedacht. Außerdem ist ja auch er im Wochenbett. Auch für ihn hat sich mit der Ankunft unseres Babys alles geändert. Ich bin so dankbar, dass er da ist und wir uns zu dritt Zeit nehmen können, um als kleine Familie anzukommen und uns kennenzulernen. Mir geht das Herz auf, wenn ich meine beiden Männer zusammen sehe. 

Der kleine Mann hat uns schon ordentlich um den Finger gewickelt. Wir kuscheln unheimlich viel, stillen noch mehr und wickeln. Ich hätte nicht gedacht, dass man wirklich so einen großen Verbrauch an Windeln hat! Die meiste Zeit liegt das Baby irgendwo an oder auf mir. Ist es satt, gerne auch Mal beim Papa. Das mit dem Sattsein ist aber so ein Thema. 

Das erklärt auch, wieso ich zu nichts komme (was auch gut so ist, denn nichts ist so wichtig als dass diese magische erste Zeit dafür unterbrochen werden müsste). Andererseits fehlt mir Bewegung und ich werde mit jedem Tag etwas unausgeglichener. Und Schlaf. Tagsüber bekomme ich das noch nicht hin mit diesem „Schlaf, wenn das Baby schläft!“, nachts bin ich oft wach durch das Stillen und manchmal dank wasauchimmer noch darüber hinaus.

Es ist so viel passiert und meine Gedanken fliegen wild hin und her. Der Freund und ich reden viel darüber, mittlerweile kann ich das auch wieder ohne mich in einen Tränenmeer aufzulösen. Es braucht, so schön es auch ist, dennoch Zeit, um das alles zu verarbeiten. Gerade die ersten Tage habe ich mir leichter vorgestellt, waren aber mit Sorgen und Tränen meinerseits verwebt  Ich habe es bisher nicht Mal geschafft die Ereignisse der letzten 2 Wochen im Tagebuch festzuhalten! Vom Bloggen ganz zu schweigen. Dabei habe ich so viel zu erzählen! Aber vielleicht ist da ja jetzt ein Anfang. 

Ich kann es noch immer nicht fassen, dass diese Schwangerschaft wirklich vorbei ist. Mein Bauch fehlt mir sehr. Und gleichzeitig komme ich aus dem Staunen über diesen kleinen, perfekten Menschen nicht heraus. Er hat uns wirklich ordentlich den Kopf verdreht! Er verändert sich jeden Tag und schon jetzt wirkt er so viel größer auf mich.

Jeden Tag sage ich ihm, dass er sich Zeit lassen soll. Ich fürchte, er wird nicht auf mich hören. Und genau deshalb ist es gut, dass unsere erste Zeit nicht von Haushalt oder anderen Pflichten unterbrochen wird. 

And so the adventure begins

Am Sonntag, an ET+2, erblickte unser Sohn um 2:40 Uhr das Licht der Welt. Sein erstes Gurgeln werde ich nie vergessen, ab da war es um mich geschehen.

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten sind wir nun endlich Zuhause. Es geht uns gut. Wir brauchen noch etwas Zeit, um anzukommen und genießen unsere kleine Blase sehr.

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Unser Leben Kopf und alles dreht sich nur noch um ihn.
Ich habe so viel zu erzählen. Aber ich kann (und will) mich nicht von ihm losreißen. Ich kann einfach nicht aufhören ihn zu bestaunen. Er ist perfekt. Jede kleine Hautfalte, jedes Blinzeln. Er ist so warm und weich. Sein Blick so intensiv. Seine Geräusche und das Engelslächeln, das manchmal über seine Lippen huscht, lassen mein Herz überquellen.
Ich, nein, wir sind unglaublich verliebt.

Aus dem Bauch. Mitten ins Herz.

Happy birthday, Babybär! ♡

Kreislauf des Lebens (ET)

Ich wurde heute Nacht um 1 Uhr wach. Draußen wütete ein Sturm, ich war unruhig wie immer in solchen Nächten. Mein Bauch tat weh, es zog unangenehm. Ich dachte an erste Wehen, die sich jedoch gleich legten.
Der Bauch entspannte sich, ich konnte dennoch nicht schlafen. Ich hatte Hunger und stand auf, um eine Banane zu essen. Ich legte mich aufs Sofa, surfte ein wenig durch youtube. Der Sturm machte mich nervös.
Gegen 3 Uhr ging ich ins Bett und konnte schlafen.

Heute ist der errechnete Entbindungstermin. Der Tag, auf den ich so hinfieberte. Dieser besondere Tag, der eigentlich nicht viel mehr ist als eine Zahl und trotzdem von mir gefeiert wurde. Vielleicht werden wir heute zur Familie.

Um 6 Uhr erhielt ich den Anruf meiner Mama, dass Opa um 2 Uhr aufwachte und dreißig Minuten später für immer einschlief.

Es ging ihm nicht gut, schon lange. Er hat nun beschlossen, dass es Zeit ist und ich bin dankbar, dass er nicht unnötig leiden musste. Für ihn war es jetzt richtig, das tröstet mich.

Eigentlich sollten wir ein neues Leben feiern, stattdessen muss ich mich von meinem Opa verabschieden. Das passt gerade nicht in meinen Kopf. Leben und Tod, ein ständiger Kreislauf. Ich hätte mir dennoch gewünscht, dass diese beiden Erlebnisse nicht so nah beieinander liegen würden.
Ich bin furchtbar traurig, dass Opa sein Urenkelchen niemals kennenlernen wird.

Zusammengefasst } 10. Monat

Woche: 37. – 40. Woche
Das Baby: Wassermelone (2.800 – 4.000g)
Unser Stubbs hat beschlossen sich nicht mehr von der Stelle zu bewegen. Es sitzt also immer noch mit dem Po nach unten und daran wird sich vermutlich auch nichts mehr ändern. Uns wurde wieder gesagt wie zart es sei. Mal sehen, ob das am Ende wirklich stimmt. Ansonsten entwickelt es sich super. Es ist nach wie vor eher ruhig, hat aber auch immer mal wieder Tage an denen es etwa 2 Stunden am Stück aktiv war. Ich spüre nun immer öfter Füßchen und/oder Knie in der rechten Seite und auf Bauchnabelhöhe. Außerdem versucht es manchmal sich zwischen meine Haut und die Rippen zu schieben. So fühlt es sich jedenfalls an. Das ist ziemlich unangenehm, aber naja, da oben ist für so einen kleinen Dickkopf eben nicht immer genug Platz. Außerdem schiebt es immer noch gerne den Kopf (vermute ich zumindest) auf die linke Seite, das spüre ich sofort am Gefühl, das sich durch den ganzen Körper zieht.
Bauch:   94,5 cm –  95 cm – 95,5 cm – 96,5 cm
Wenn das Baby seinen Kopf (vermute ich zumindest) auf die linke Seite schiebt, bahnt sich immer noch dieses ganz bestimmte Gefühl durch meinen Körper. Es ist fast wie ein elektrisches Kribbeln. Der Bauch wird dann ganz fest, aber der ist ja grundsätzlich eher fest. Nach dem Versuch der Wendung war es mal fast sowas wie entspannt, das hält meist aber nicht lange an.
Körper & Wehwehchen:  Das Baby drückt. Ich habe das Gefühl ständig auf Toilette zu müssen. Meist ist es aber einfach nur der Druck des Babys. Wenn es sich ganz lang macht und sich unter die Rippen drückt, wird es auch immer unschöner. Das kommt zum Glück nicht so oft vor. Sonst habe ich festgestellt, dass diese Drehung des Babys, wenn es den Kopf auf die linke Seite streckt ein Gefühl wie Periodenschmerz auslöst. Ich dachte erst, das wären vielleicht Wehen, aber das Gefühl hält wirklich genau so lange an bis es sich wieder wegdreht. Faszinierend. Der Bauch wird gelegentlich fest, aber auch das ist ja nichts Neues (38. Woche). Ach, und wenn ich länger auf der Seite liege, tut mir die Haut (?) weh. Lagerungsschmerzen oder sowas, aber auch nur auf der linken Seite. Dazu gesellt sich das Gefühl als würde sich meine Hüfte weiten, es fühlt sich manchmal so locker an. Gerade nach längeren Spaziergängen kommt es mir so vor als säßen meine Beine nicht mehr fest in der Hüfte.
Inzwischen fühlt es sich an als bereite sich mrin Körper auf die Geburt vor. Es zieht, der Bauch wird fest. Nachts schlafe ich kaum, weil der Bauch so hart ist.
Haut/Haare/Nägel: Alles beim Alten. Nein, stimmt nicht. In der 39. Woche wurde meine Haut wieder ein bisschen schlechter. Was ich allerdings mal festhalten möchte ist, dass meine Haare in der Schwangerschaft weniger schnell fetten. Das darf gerne so bleiben.
Gefühlswelt: Ich habe mir ziemlich viele Sorgen gemacht wegen der Beckenendlage. Vor dem Versuch der Wendung war ich richtig durch und habe viel geweint. Ebenso an dem Tag an dem ich erfuhr, dass ich nicht spontan entbinden darf. Da war ich zusätzlich auch noch furchtbar wütend. Ich hab mich richtig vor mir selbst erschrocken. Zum Glück verblasste das schon im Laufe des nächsten Tages. Inzwischen habe ich mich damit abgefunden. Ich bin nicht glücklich darüber, aber ich kann es nicht ändern. Ich habe nur zwei Möglichkeiten: das Beste daraus machen oder bockig in der Ecke sitzen. Letzteres ist keine Option, also reiten wir die Welle wie sie kommt. Dazwischen ging es mir richtig gut. Nach dem Wendungsversuch war ich sehr erschöpft aber auch unheimlich gelöst. Ich hatte nun alles getan, was ich tun konnte und das nahm mir eine große Last. Die Weihnachtsfeiertage und auch die Tage zwischen den Jahren taten mir sehr gut. Die Zeit mit dem Freund füllte meinen Akku wieder auf und wir hatten einfache eine schöne Zeit miteinander. Wir waren Essen, im Kino und der Therme. Ich komme langsam dahinter, dass die Tage nun gezählt sind und es stellt sich die Vorfreude ein. Ich warte noch nicht sehnsüchtig auf den start, sondern hoffe immer noch, dass es noch etwas dauert, aber ja, ich freue mich so sehr auf unser Baby. Abgesehen von der Geburt, geht es mir mit der Schwangerschaft echt gut. Ich bin nach wie vor überglücklich und dankbar. Aber auch froh, wenn es vorbei ist. Der harte Bsuch und der Schlafmangel deshalb machen das Nervenkostüm ganz schön dünn. Dazu dieses Fruchtwasserding und die ganzen Untersuchungen. Ich mag doch nur meine Ruhe haben.
Untersuchungen/Arzttermine: Ich war zur Geburtsplanung im Krankenhaus und am Tag darauf noch einmal wegen der äußeren Wendung. Außerdem wurde ein MRT gemacht. Ja, ich wurde reichlich untersucht. Geändert hat es leider nichts. Ach, und die letzteVorsorgeuntersuchung.
Geht gut: Obst. Faul sein, da bin ich inzwischen Königin drin (mit schlechtem Gewissen). Überraschenderweise Spaziergänge. Die kalte Luft pustet mir den Kopf so richtig schön frei und auch körperlich fühle ich mich dann freier.
Geht gar nicht: Nach vorne beugen. Es ist einfach kein Platz mehr da. Mir fällt das Trinken wieder schwerer. Das ist wirklich ärgerlich, klappte es vor kurzem noch so gut.Ich esse schlecht. Schlafen ist leider auch so eine Sache. Ich muss nämlich ständig aufs Klo und schlafe insgesamt etwas unruhiger.
Must have /Essverhalten/Gelüste: Süßes. Ich bin froh, wenn das endlich aufhört.
Der Papa: Hat sich diesen Monat einige Sorgen um uns gemacht. Die äußere Wendung und auch mein Gefühlszustand nach der Nachricht, dass ich an einem Kaiserschnitt nicht vorbeikommen werde, sind nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. Er war uns eine große Stütze, auch wenn er es manchmal nicht so empfunden hat. Er erzählt immer wieder wie sehr er sich auf Stubbs freut, hat aber auch nichts dagegen, wenn wir noch ein paar Tage bis zum großen Ereignis vor und für uns haben (39. Woche). Er hat festgestellt, dass man auch unter Männern nun ständig irgendwelche Kommentare und Tipps zu allem bekommt, ob man will oder nicht. Außerdem scheint alles ein ewiger Wettbewerb zu sein. Er hat schon vorgeschlagen sich irgendwelche Dinge auszudenken, einfach nur damit die Leute ruhig sind. („Na klar, schläft mein Kind durch. Und meine Steuererklärung macht es auch. Ist ja schon drei Monate alt!“).
Der beste Moment: Als wir am Morgen vor der Wendung ganz nah bei einanender mit verschränkten Fingern auf meinem Bauch im Bett lagen. Das war ein unheimlich intensiver, inniger Moment. Wir wussten beide nicht, was auf uns zukommt und ob das nicht vielleicht der letzte ruhige Moment mit dickem Bauch sein würde. Es brauchte keine Worte, um den Zusammenhalt zu spüren. Wir sind jetzt eine Familie.

Weihnachten war auch wunderschön!
Und sonst? 

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Bereit. (ET-2)

​Die Nacht war grauenhaft. Erst musste ich ständig auf die Toilette und lag dann nach nur 3,5 Stunden Schlaf ab 3:43 Uhr schlaflos im Bett. An Müdigkeit mangelte es nicht, nur am Willen meines Körpers dem nachzugeben. Stattdessen hatte ich einen steinharten Bauch, der sich nicht annähernd bequem Betten ließ und ab 4:30 Uhr solchen Hunger, dem ich dann eine Stunde später nachging als mir schon übel wurde. Mäh.
Schlafen konnte ich trotzdem nicht mehr.

Auf die letzten Tage hat mein Körper also beschlossen mir den Abschied leicht zu machen. Tagsüber ist es in Ordnung. Ich fühle mich schwerfällig und so groß, aber faul auf dem Sofa liegend ist das auszuhalten.

Ich bin bereit. Seit Tagen ist da so ein unterschwelligen Gefühl, dass es bald losgeht. Manchmal packt mich die Panik ob der Verantwortung, die da auf uns zukommt, wenn ich daran denke, dass es nur noch Tage sind bis unser Baby bei uns ist. Aber dann spüre ich es im Bauch strampeln und kann es kaum erwarten es endlich kennenlernen zu dürfen. 

Im Grunde bin ich sehr entspannt. Bis auf das wenige Fruchtwasser, das macht mir etwas Sorgen, denn es macht Druck. Am Wochenende soll ich noch Mal ins Krankenhaus zum CTG und Doppler und ich habe wirklich Angst, dass man mich direkt dort behält und man dem Baby und mir damit auch noch den letzten Funken an Selbstbestimmung nimmt. 

Ich wünsche mir wirklich sehr, dass es nun einfach losgeht und wir unser Baby gesund in den Armen halten dürfen.

Ich bin überzeugt davon, dass sich das Baby nachts auf den Weg macht, wenn man es lässt. In 2 Tagen ist der (wunderschöne) Entbindungstermin. In der Nacht zuvor ist Vollmond, wie auch in der Nacht vor dem Eisprung. Es wäre doch eine runde Sache, wenn es dann einfach losginge.
Ich weiß, dass nur 4% der Kinder am errechneten Termin zur Welt kommen, aber auch nur 3-5% der Kinder begeben sich nicht in Schädellage. Also schauen wir einfach mal.

Mein Kleines, wir sind bereit und freuen uns so sehr auf dich. Du darfst nun gerne den Startschuss geben.

12. Vorsorgeuntersuchung } ET-3

Auf eine gute Nacht folgt eine schlechte. Ich war furchtbar müde, meine Augen schwer und ich hatte den Wunsch einfach nur im Bett zu liegen.
Dieser Plan wurde von meinem Gynäkologen durchkreuzt, der anrief und fragte, ob es möglich wäre heute statt morgen zur Vorsorgeuntersuchung zu kommen.

Super, ich hab mich eh auf den Termin gefreut. Also angezogen und los.

Nach dem CTG, das gelegentlich ein paar Wehen aufzeichnete, die sich aber wie die schon bekannten Übungswehen, einfach nur wie ein Korsett um den Bauch anfühlen, und einem unauffälligen Labor, ging es dann zum Ultraschall.

Das Baby sitzt wie fest betoniert im Becken. Natürlich mit Po nach unten. Das wird sich auch definitiv nicht mehr ändern. Eher friert die Hölle zu. 
Der innere Muttermund bildete bereits einen Trichter von 1,3 cm und der Gebärmutterhals ist auf 2 cm verkürzt.

Das Baby ist auch wunderbar entwickelt. Es wird aktuell auf 3.250g geschätzt mit einer Toleranz von 15%. Ich finde das total spannend und bin ganz neugierig, wie schwer unser Stubbs tatsächlich sein wird („Ich verrate Ihnen einen Trick. Bei einer Spanne von 15% liegt man fast immer richtig, wenn man 3.500g schätzt. Irgendwo zwischen 3.000 und 4.000g liegen i.d.R. die meisten Kinder. ;-)“).

Allerdings ist die Fruchtwassermenge etwas wenig, das ist wohl normal, macht mich aber etwas nervös und es macht ein bisschen Druck, denn so mag mich der Herr Doktor nicht so lange übertragen lassen wie normal, sofern wir da denn da hinkommen. Aber, sagt er, es ist auch ein Zeichen, dass sich der Körper auf die Geburt vorbereitet. Am liebsten hätte ich trotzdem gehört, dass alles im Normalbereich liegt.

Ich bekam dann vorsorglich einen Termin für eine eventuell letzte Vorsorge unter dem Hinweis, dass ich aber auch gerne erst in 6-8 Wochen wiederkommen dürfe und verabschiedete mich.

Es sieht also gut aus und es könnte jederzeit losgehen! Ich bin sehr entspannt und freue mich einfach nur drauf!