Heavy on my heart

Je näher der KiTa-Start rückt, desto schwerer wird mir ums Herz.

Ich habe ein rundum gutes Gefühl bei dieser Einrichtung und bin mir sicher, dass der Kleine seinen Spaß haben wird, aber es fällt mir auch unglaublich schwer.
Ich kann es nicht fassen wie unglaublich schnell dieses Jahr vergangen ist. Ich bin traurig, dass unsere ganz exklusive Zeit jetzt ein Ende hat.

Ich bin noch nicht bereit. Ich könnte wirklich heulen, wenn ich daran denke. Am liebsten wäre ich mindestens 2 Jahre Zuhause, aber das steht nunmal einfach nicht zur Debatte. Ich bin allerdings auch jemand, der nicht so leicht mit Veränderungen zurecht kommt. Ich brauche immer ein bisschen Zeit, bis ich ankomme, dann ist es aber gut. So wird es auch mit der KiTa sein. Ich bin überzeugt, dass die Eingewöhnung auch als Entwöhnung der Eltern gedacht ist. Auf mich trifft das jedenfalls voll und ganz zu.

Wenn es mir ganz arg schwer fällt, sage ich mir, dass er ja nicht am ersten Tag direkt 6 Stunden weg ist. Dass wir immerhin den Luxus haben ihn nicht vor dem ersten Geburtstag mit der Eingewöhnung zu beginnen. Diese zwei Monate sind so wertvoll für mich. Und über die Bring- und Abholzeiten können wir die Betreuungszeit dann auch variieren. Für ihn wird es super. Er ist so gern mit anderen Kindern zusammen und ich kann ihm auf Dauer nicht bieten, was andere Kinder können und trotzdem..

Er ist mein Baby. Es wird sich so viel für ihn ändern. Bisher schläft er noch zwei Schläfchen. Das erste meist zu der Zeit, zu der er dann in die KiTa muss. Das Zweite nachmittags. Das passt schon gar nicht zum Rhythmus. Er kennt es nicht ohne stillen einzuschlafen und er isst noch nicht viel. Ich weiß, dass das bis zum Ende der Eingewöhnung ganz anders aussehen kann und vermutlich auch wird.
Die meisten Babys redizueren den Schlaf von such aus auf einmal am Tag, aber ich fände es schön, wenn es bon ihm selbst aus komnen würde. Kann es theoretisch auch noch immer. Ach, Mensch. Er wird so viel Spaß haben…

… aber ich bin echt joch nicht bereit dafür.

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Krachbumm

Das Tal der Tränen. Dort befinden wir uns. Der Kleine ist äußerst aktiv. Er hat seinen Bewegungsradius nun deutlich ausgeweitet und folgt mir durch die komplette Wohnung. Das ist schon ziemlich cool. Wenn ich kurz aus dem Raum muss und er beginnt zu meckern, rufe  ich ihn und meistens robbt er mir dann hinterher.

Daneben brachte diese Entwicklung auch mit sich, dass er sich besser selbst beschäftigen kann. Ich beobachte ihn gerne wie er ganz konzentriert den Wäschekorb (mit gewaschener Wäsche) ausräumt, den Tupperschrank ausräumt und am Ende nur noch der Windelpop aus  dem Schrank lugt oder er das Bücherregal unsicher macht. Er strebt nun aber auch immer mehr nach oben. Meist nur kniend, immer öfter versucht er sich nun aber auch auf die Füße zu stellen. Wenn er dann das Objekt der Begierde erreicht hat, ist er wieder so darauf fixiert, dass er vergisst sich festzuhalten und das Gleichgewicht verliert. Krachbumm. 

Ein Geräusch, begleitet von dicken Krokodilstränen. Oft ist es nur der Schreck, wenn er vor lauter Zielstrebigkeit an etwas zu knapp vorbei robbt, manchmal aber eben auch echte Stürze mit dem Kopf auf den Boden. Zum Glück sind die Kleinen so robust. Mir wird ja manchmal ganz anders, wenn ich sehe, wie er sich an jeder noch so unmöglichen Stelle hochzieht, an Tischecken zum Beispiel, statt der langen Seite oder am Staubsauger, der dann gerne auch wegrollt. Er kennt da ja nix, immer drauf. Ich versuche natürlich ihn vor gefährlichen Stürzen zu bewahren und erkläre und zeige, wie er sicher zu Boden kommt, aber vor allem kann ich ihn auch nicht bewahren. Dass er sich festhalten muss oder das Gleichgewicht zu halten, lernt er nur durchs Üben und da gehört wohl auch dazu, dass er mal umplumst und merkt, dass man sich nicht einfach rücklings umwerfen sollte. Und wo er überall rankommt! Wie lang er dich machen kann, wenn er was richtig will! Krawumm. Fällt nicht das Kind, dann eben was anderes.

Gehört dazu, tut mir trotzdem leid. Und für meine Nerven ist es auch nicht ohne, den ein oder anderen Herzkasper hat er schon verursacht, dabei befinden wir uns ja gerade erst am Anfang. 

Krawumm.

Tagebuchbloggerei 12/2017

Dezember! Der letzte Monat des Jahres! Ich wiederhole mich, aber: wann ist das denn passiert? Es ist schon eine Weile her, dass ich bei Frau Brüllen „Was machst du eigentlich den ganzen Tag“ mitgemacht habe. 

2:00 Uhr. Der kleine Mann verlangt nach Milch. 

Es wird wieder unruhig neben mir. Die Uhr verrät, es ist 4:30 Uhr. Leider wird die Hoffnung auf Schlaf bis 6 Uhr gleich zerschlagen. Der kleine Mann kommt einfach nicht mehr zur Ruhe, wälzt sich im Halbschlaf hin und her und jammert. Ob er nun jetzt doch bald Zähnchen bekommt? Vielleicht plagt ihn auch einfach der Schnupfen. Ich versuche noch ein bisschen ihn zum Schlafen zu bewegen. Um halb 6 gebe ich mich geschlafen. Wir spielen alle zusammen noch ein bisschen im Bett.

Gegen 6 Uhr stehen wir auf. Der Freund spielt mit dem Kleinen, während ich lüfte und das Frühstück vorbereite. Um kurz nach 6 verzeichnen wir den ersten kleinen Meltdown. Warum weiß niemand so genau. Das Essen war nicht richtig, die Wasserflasche auch nicht. Wahrscheinlich ist er einfach schon wieder müde. Klar, wäre ich auch, würde ich um 4:30 Uhr aufstehen. Oh, wait.
Mit seinen Stapelbechern lässt sich der Kleine noch ein bisschen hinhalten, damit wir noch etwas essen können.
Dann wird es Zeit für eine neue Windel. Mit vereinten Kräften schaffen wir es das Kind ohne Tränen zu wickeln und umzuziehen. Der Freund verabschiedet sich und ich bringe den Kleinen ins Bett.

Dort liege ihc etwa eine Stunde und surfe durch das Internet. Als ich sicher bin, dass der Kleine nun schläft und nicht gleich wieder nach mit verlangt, schleiche ich mich raus. Ich ziehe mich um, putze mir die Zähne. Dann räume ich ein bisschen auf und verpacke das Nikolausgeschenk. Außerdem packe ich die Tasche für den Freund. Ich habe heute Nachmittag zum ersten Mal seit April dem Rückbldungskurs babyfrei. In der Firma des Freundes steppt der Bär, deshalb nehme ich den Kleinen erst mit, der Freund kommt dann nach und holt ihn ab. Ich freue mich echt sehr! Dann rauscht auch schon das Babyphone.

Zeit für ein zweites Frühstück. Der kleine Mann hat nicht wirklich Hunger. Ich beseitige das Chaos, während er spielt. Ich möchte ein bisschen spazieren gehen, vorher gibt es noch eine neue Windel. Er blieb sogar liegen! Aber zu früh gefreut. Bis ich mich umgezogen habe, ist nämlich ein weiterer Windelwechsel nötig. 

Dann kann es losgehen. Wir laufen ein bisschen spazieren. Es ist traumhaft draußen. Auf dem Weg wandert ein Schokonikolaus und ein paar Stoppersocken in der Tasche. Ich bin leider etwas spät dran, weshalb wir nur eine Stunde unterwegs sind. Zuhause versuche ich noch schnell das Essen fertig zu machen. Es ist ein Rennen gegen die Zeit. Und um es kurz zu machen, ich habe verloren.

Der Kleine war schon so müde, dass er den Reis weinend um sich warf. Auch alles andere fand er doof.ich schlang meine Suppe in Windeseile herunter, während er neben mir wütete. Nichts war mehr in Ordnung. Weil ihm der Rotz nur so aus der Nase floss, wollte ich die sie noch schnell absaugen ehe ich ihn hinlege. Er mag den Sauger total gerne, naja, bis er an der Nase ist. Das muss sich ganz eklig anfühlen. Immerhin beruhigt er sich danach sofort wieder. 

Wir machen es uns gemütlich, ich stille ihn und innerhalb von 10 Minuten ist er eingeschlafen. Ich bleibe noch ein bisschen bei ihm liegen. Ich kuschle mich an ihn und genieße seine Nähe. Nach einer Stunde juckt es mich aber in den Fingern, ich wollte doch eigentlich Plätzchenteig vorbereiten. Wie aber meistens erledige ich erst die tausend kleinen anderen Dinge wie zum Beispiel den Abwasch.
Als alles erledigt ist, setze ich den Vorteig für die Weckmänner an, da wird der Kleine auch schon wieder wach.

Der kleine Mann spielt fröhlich mit den Frischhalteclips, während ich den Teig knetete. Der Kleine ist heute ein bisschen ambivalent unterwergs. Am liebsten möchte er den ganzen Tag auf meinem Arm sein, ist er das, will er wieder runter, weil er etwas entdeckt hat, das nun seiner Aufmerksamkeit bedarf. Setze ich ihn dann ab, beginnt er zu meckern und zieht sich an mir hoch. Das macht es etwas schwierig zu irgendwas zu kommen.

Mir scheint, der Kleine ist nicht ganz er selbst. Ich versuche ihm nochmal etwas Suppe anzubieten und siehe da, er isst tatsächlich ein bisschen davon. In der Zwischenzeit ist der Hefeteig fertig und wartet auf den nächsten Arbeitsschritt. In Windeseile steche ich die Miniweckmänner aus und schiebe sie in den Ofen. Der Ofen zieht ihn magisch an. Man könnte meinen, er hat einen eingebauten Selbstzerstörungsknopf. Wirklich alles, was irgend wie gefährlich sein könnte, ist unheimllich spannend für ihn. Er lässt sich dann aber doch mit der Eieruhr ablenken. Nach ein paar Minuten ziehe ich die wunderbar duftenden Weckmänner aus dem Ofen. Natürlich muss ich gleich einen probieren. So lecker! Selbstverstädnlich bekommt der kleine Mann auch etwas ab. Auch ihm scheint es zu schmecken.

Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass es Zeit wird uns fertig zu machen. Dieser Windelwechsel kostet mich einige Nerven. Der Sack Flöhe möchte einfach nicht stillhalten. Am Ende ist er dann aber doch frisch gewindelt und angezogen. Bevor wir losgehen, wird noch einmal ausgiebig gestillt und schon sind wir unterwegs zur Weihnachtsfeier.

Oh, ich freue mich so auf meine Arbeitskollegen und darauf mal ganz ohne Baby zu sein. Dort angekommen, erkundet der kleine Mann den Raum, während wir auf den Freund warten, dass er ihn auf dem Weg nach Hause abholt. Ach, es ist wirklich toll alle mal wieder zu sehen. Über etwas anderes als Babypupse zu reden und warm und in Ruhe zu essen. Das war fast das Beste :D Der Gedanke an das Ende der Elternzeit macht mir wirklich zu schaffen, aber nach heute glaube ich, dass es mir auch gut tun wird, noch etwas anderes zu tun. Ich wäre gerne noch etwas länger zuhause, aber ich habe so tolle Kollegen, das macht es mir etwas einfacher.
Nach 2 wunderbaren Stunden mache ich mich auf den Weg nach Hause, dort wartet ein müdes Baby auf mich, das in den Schlaf gestillt werden will. Das klappt auch ruckzuck und nun verbringe ich den restlichen Abend mit dem Freund auf dem Sofa.

Dezember

Dieses Jahr rast nur so vorbei. Heute ist tatsächlich der erste Dezember.
Heute vor einem Jahr hatte ich meinen letzten Arbeitstag.
Was habe ich es nach den letzten stressigen Wochen genossen einfach rumliegen und Serien gucken zu können. Die Zeit war aber auch geprägt von Sorgen wegen der Lage des Babys, Arzt- und Hebammenterminen. Es war deutlich voller als erhofft. Und ich war wegen Schulungen des Freundes viel allein, ich hatte doch mit der Umstelkung zu kämpfen und fühlte mich oft einsam.
Obwohl ich die Vorweihnachtszeit liebe, sah ich keinen einzigen Weihnachtsfilm. Buk nur wenig. Irgendwie war trotz aller Vorfreude der Wurm drin.

Ein Jahr ist rum. Gestern fiel der erste Schnee. Ich hatte den kleinen Mann in der Trage und quietschte laut auf als ich aus dem Supermarkt lief. Alles war weiß, damit hatte ich trotz oder gerade wegen des Schneeregens nicht gerechnet. Der Kleine sah mich ganz irritiert an und verstand nicht so recht, was ich von ihm wollte als ich ihm grinsend erklärte, was da so nass in seinem Gesicht ist. Die letzten fallenden Schneeflocken sah ich in der Nacht seiner Geburt. Das ist wohl eine Verknüpfung, die mich immer noch ein bisschen verzückter drein blicken lässt. Es war ein perfektes Winterwunderland.

Der erste Schnee. Der erste Dezember. Noch 1,5 Monate bis zu Babys erstem Geburtstag. Noch 23 Tage bis zu unserem ersten Weihnachten mit Baby. Oh,ich freue mich so. Noch habe ich aus Zeitmangel nicht gebacken und ob ich es schaffe einen Film zu sehen ist auch fraglich, denn der kleine Mann braucht mich abends wieder mehr. Insgesamt hatte ich nicht so viel Vorfreude auf diese Zeit verspürt, was wohl aber daran liegt, dass ich viel mehr im Hier und Jetzt lebe. Und wie immer gegen Jahresende häufen sich die Termine, der Freund ist abends öfter weg, arbeitet viel, weil alles, was das ganze Jahr über liegen bleiben konnte, noch ganz dringend erledigt werden muss.

Wir öffnen das erste Kalendertürchen, zum ersten Mal habe ich es nicht geschafft einen selbst zu basteln, lassen uns die Schokolade schmecken. Beginnen Weihnachten zu planen. Der kleine Mann kann noch nichts mit alldem anfangen. Beim Dekorieren spielte er mit den Tannenzapfen und Christbaumkugeln. Für mich ist es wichtig.

Ich möchte ihm diesen Zauber zeigen, der die Weihnachtszeit für mich bedeutet. Die Lichter, der Duft von Kakao und Keksen, kuscheln und dick eingemummelt durch den Schnee stapfen. Bücher lesen und auf Weihnachten hinfiebern. Vieles wird für ihn erst nächstes Jahr interessant werden, aber für uns ist es jetzt schon ganz besonders. 

Der Freund liest uns nun abends Weihnachtsgeschichten vor und ein bisschen backen werde ich wohl auch. Und was immer geht ist das Michael Bublé Christmas Album. Ich liebe es. 

Hach ja, wenn ich es mir so überlege, vielleicht bin ich doch vorfreudig.

Barcelona

Ich habe hier bereits von meinem grandiosen Geburtstagsgeschenk berichtet. Inzwischen sind wir schon wieder eine Weile zurück.

Ich liebe diese Stadt! Barcelona ist wunderschön! Ich habe mich sofort sehr wohl gefühlt, das tolle Wetter hat da sicherlich nicht unwesentlich dazu beigetragen.

Wir machten uns nach einer recht bescheidenen Nacht (das Baby konnte nichts dafür) auf den Weg zum Flughafen. Der Flug war bereits als verspätet angekündigt, aber ich fand das gar nicht so schlimm. Am Tag zuvor waren wir noch beim Kinderarzt, weil sich der Kleine übers Wochenende einen Schnupfen eingefangen hatte und ich abklären lassen wollte, ob wir überhaupt fliegen dürfen. Der Arzt schaute sich alles genau an und entschied, dass es wirklich nur ein Schnupfen ist, wir vorsorglich Nasentropfen und ein Schmerzzäpfchen geben sollen, aber sonst dem Urlaub nichts im Wege steht.

Super ärgerlich war es dann als wir schon mit 30 Minuten Verspätung im Flugzeug saßen und der Pilot mitteilte, dass wir dort nun noch 2 Stunden sitzen werden, bevor etwas passiert. Wir saßen im engen, nicht klimatisierten Flugzeug und schwitzten. Das Baby war zu warm angezogen, müde und ließ sich nicht länger als 40 Minuten zum Schlafen bewegen lassen. Den Flug meisterte er aber ohne Beschwerden. Ich versuchte mich nicht zu ärgern, das klappte auch ganz gut. Ich war ohnehin beschäftigt, den Flohzirkus auf meinem Schoß zu bändigen. Das wäre wohl mit einem Minibaby einfacher gewesen. Oder mit mehr Platz.

Irgendwann kamen wir dann aber auch an und fuhren direkt ins Hotel. Wir fanden uns gleich zurecht und schafften es ohne größere Zwischenfälle. Einzig die nicht vorhandenen Lifte (oder wir haben sie übersehen) in der Metro fielen mir auf. Nicht jede Treppe hatte auch eine Rolltreppe, der Freund trug das Baby und ich hievte den Koffer, der etwa so groß wie ich ist, durch die Gegen. Durch die Verspätung war es später Nachmittag bis wir unser Zimmer mit Blick auf den Torre Agbar bezogen. Der kleine Mann war durch, verweigerte aber den Schlaf. So machten wir uns nur noch auf den Weg, um Wasser und etwas zu essen zu besorgen. Der Kleine kletterte fröhlich auf dem Bett herum und wir gingen zeitig ins Bett.

Der nächste Tag begann mit einem grandiosen Frühstück im Hotel. Es war wirklich super lecker! Auch der kleine Mann fand etwas zum Knautschen und zog alle Blicke auf sich. Das ist aber auch ne Knutschkugel! Es wurden einige typisch lokale Leckereien aufgetischt und mit kugelrundem Bauch, machten wir uns auf den Weg zur Sagrada Familia. Die wollte ich schon immer mal sehen und schon als ich sie am Tag zuvor aus der Ferne erblickte, war ich hin und weg. Die Basilika ist wirklich ein Meisterwerk. Ich war ganz erstaunt, dass sie weitergebaut wurde, denn ich ging immer davon aus, dass sie niemals fertiggestellt werden würde. In 10 Jahren soll es soweit sein. Schon von außen ist sie unglaublich, von innen verzaubert sie mit einem wunderschönen Farbenspiel. Ich war überrascht wie hell sie von innen ist. Viele Kirchen sind da doch eher düster. Der kleine Mann verschlief das Ganze und so konnten wir ohne Zeitdruck alles ansehen.

Danach machten wir uns auf ins Barri Gótic, wo wir einfach ziellos durch die Gegend liefen und uns die prächtigen, alten Bauten ansahen. Ich mag sowas unheimlich gerne. All die kleinen Gässchen. Durch Zufall kamen wir an der Catedral de Barcelona vorbei. Die wollte ich auch gerne sehen, also gingen wir auch hier durch. Sie erinnerte mich sehr an die „typischen“ Kathedralen. Düster, prunkvoll. Der Kleine hatte nicht mehr so viel Lust, deshalb entschieden wir uns zu gehen. Auf dem Weg zum Ausgang kamen wir noch an den Gänsen vorbei, die im Kreuzgang leben, die fand der Kleine ganz besonders interessant. Wir machten einen Stillstopp hinter der Kirche und zogen dann weiter auf die La Rambla.

Ich weiß nicht, was ich mir darunter vorgestellt hatte, das definitiv nicht. Das war gar nicht mein Fall, aber der Weg führte uns zur Markthalle und das gefiel mir wiederum sehr. Wir schlugen und mit Schinken, Käse, Empanadas und frischem Saft den Magen voll und setzten uns in die Sonne. Ein Traum.

Wir sahen uns dann noch Casa Milà und Casa Battló an. Besonders das Casa Batlló hat mich unheimlich fasziniert. Wäre die Schlange nicht so lang gewesen, hätte ich es zu gerne von innen gesehen. Ich kann nicht erklären warum, aber ich fand es (auf eine andere Art und Weise) beeindruckender als die Sagrada Familia.

Abends besorgten wir uns noch etwas zu Essen und picknicken mit dem müden Baby im Hotelzimmer.

Egal wo wir hinkamen, flirteten alle mit dem Kleinen. Man merkte wirklich überall wie viel kinderfreundlichen es hier ist. Beim Frühstück gab es keine bösen Blicke, weil er was auf den Boden warf, sondern immer wieder wurde uns gesagt wie süß er doch sei. Quietsche der Kleine, wurde er angegrinst (außer von der Gruppe Deutscher im Park Güell) und mit ihm Quatsch gemacht. Und uns wurde immer ein Sitzplatz angeboten, darunter auch eine Mutter mit kaum älterem Kind und ein alter Mann, dem ich den Vortritt lassen wollte, der aber darauf bestanden, dass ich mich setze.

Unseren letzten Tag verbrachten wir morgens im Park Güell. Wow! Ich glaube, das war das meist verwendete Wort meinerseits in diesem Tagen. Im Anschluss fuhren wir nach Barceloneta an den Strand, auf dem Weg dorthin aßen wir noch ein paar Churros von Chocolate in der Churreria Laietana. Ich hätte mich reinlegen können! Barceloneta selbst gefiel mir nicht so sehr. Wahrscheinlich wäre es schöner gewesen morgens hinzufahren oder an einen anderen Strand in Barcelona. Das nächste Mal dann. Wir liefen nochmal durch das Barrierefreiheit Gòtic. Ich bestaunten nochmal das Casa Batlló, dann gingen wir Tapas essen.

Zum Abschluss legte der kleine Mann, einen Wutanfall hin, worauf wir dann gingen. Die Tage hatte er weniger geschlafen, weil er lieber schauen statt schlafen wollte und war entsprechend müde. Er hat aber wirklich toll mitgemacht. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es so gut klappen würde.

Den Rückflug am nächsten Morgen verschlief er fast komplett. Dank breiterer Sitze und etwas  mehr Fußraum (und überpünklichem Flieger), war der Flug dann doch um einiges komfortabler als der Hinflug.

Das war sicher nicht die letzte Reise nach Barcelona. Das nächste Mal dann mit etwas mehr Vorlaufzeit und besserer Planung, aber sonst hätte es echt fast nicht besser laufen können. 

10 Monate Januarbaby

Mein kleiner Mann,

du bist heute 10 Monate alt. Das sind 43 Wochen und 3 Tage.

Du faszinierst mich. Dein Wesen hat sich so stark entwickelt. Du bist ein eigener kleiner Mensch mit eigenem Charakter, das zeigst du immer deutlicher und es so toll dich bei dieser Entwicklung zu  beobachten. Du bist voller Entdeckungsdrang, spielst und kasperst herum. Aber du brauchst auch ganz viel Nähe und Kuscheleinheiten, um dich aufzutanken. Du zeigst deutlich, wenn dir etwas zuviel wird oder du etwas möchtest. Du bist mein Sonnenschein.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass du deine zauberhaften blauen Augen behalten wirst. Um deine Iris zeichnet sich ein heller Ring ab, der äußere Rand ist ganz dunkel. Je nach Stimmung sind deine Augen fast grau.
Deine Haare haben manchmal einen leicht roten Schimmer und beginnen sich zu kringeln, wenn sie feucht werden. Ob du noch ein Lockenköpfchen wirst?

Du bist eine richtige Wasserratte, weshalb wir nun auch einen Babyschwimmkurs besuchen. In deiner Badewanne strampelst du ganz wild herum und setzt unter freudigem Quietschen alles unter Wasser. Im Hallenbad bist du etwas zurückhaltender, dir scheint die Begrenzung zu fehlen, aber du fühlst dich trotzdem sehr wohl.

Du und der Staubsauger, das ist eine ganz besondere Beziehung. Sobald ich ihn raushole, rufst du schon freudig „Ah!“. Du robbst hinterher und versuchst auf ihn drauf zu klettern. Von Angst keine Spur! Ich muss eher aufpassen, dass du dich nicht selbst wegsaugst.

Du kannst sitzen. Noch bringst du dich nicht alleine in diese Position, außer du lagst vorher angelehnt bei mir, aber du hast große Freude daran. Du übst aber fleißig, dich wieder zurück in die Bauchlage zu bringen. Das klappt mal ganz gut, hat aber auch schon für Tränen und die wildesten Verrenkungen gesorgt. Es ist unglaublich wie beweglich du bist!

Du kannst dich sehr ausdauernd damit beschäftigen Kataloge in ihre kleinsten Teile zu zerpflücken oder über alles zu klettern, was dir in den Weg kommt. Dabei robbst du wie ein geölter Blitz hin, ziehst dich mit deinen Oberarmen hoch. Seit du herausgefunden hast, dass es noch viel einfach ist, wenn man dann die Hüfte nach hinten schiebt und die Knie mitbenutzt, klappt es noch viel besser. Wir müssen wirklich aufpassen, denn auf dem Weg zu dem Objekt deiner Begierde gibt es kein Halten und du würdest dich dafür auch in die Tiefe stürzen. Seit heute gehst du sogar richtig auf die Knie und richtest den Oberkörper auf. Ich schwöre, du bist auf der Stelle um 3 cm gewachsen!

Wir haben jetzt „Füße zuerst!“ eingeführt. Ich zeige dir, wie du dich sicher auf den Boden bringen kannst und schon nach ein paar Tagen hast du auch verstanden, wie es funktioniert. Du robbtest im Bett auf mich zu und noch bevor ich etwas sagen konnte, hast du die Füße zur Bettkante gedreht und dich runterplumpsen lassen. Ich bin fast geplatzt vor Stolz und dir ging es ganz genauso! Du hast so gestrahlt. Mein Herz, wie liebe ich dein Lachen!

Du brauchst noch etwas Hilfe, denn unser Bett ist etwas hoch und du stehst noch nicht, aber ich glaube, das dauert auch nicht mehr lange. Auf unserem Schoß stößt du dich nämlich auch schon mit den Füßen ab. Das ist ganz neu.

Du weißt genau, wenn du etwas nicht darfst. Ich glaube, niemand kann so wunderbar ertappt gucken wie du! Ich muss mir sehr oft ein Grinsen verkneifen, weil du so unheimlich niedlich dabei aussiehst. Du bist eh ein wahrer Gesichtskasper. Über deine Grimassen könnte ich mich wirklich ewig amüsieren. Ganz neu ist dein überraschter Gesichtsausdruck. Du reißt die Augen ganz weit auf, ziehst deine Augenbrauen nach oben, formst den Mund zu einem „o“ und manchmal sagst du auch genau das noch dazu. Ich könnte dich auffressen vor Niedlichkeit! Das hast du natürlich gemerkt, aufmerksam wie du bist, und wiederholst das immer wieder, weil ich mich so darüber freue.

Oder dein Gesichtsausdruck, wenn du Stücke im Mund hast oder satt bist. Da kneifst du die Augen zusammen, nimmst die Händchen vor den Mund, öffnest diesen, schiebst die Zunge heraus und schabst dann mit den Lippen alles von der Zunge. Wo wir auch gleich beim Thema „Essen“ sind.
Du liebst Nudeln mit Tomatensauce, da sind Stücke auf überhaupt kein Problem, kommen die eher unerwartet im Bei daher, reagierst du etwas pikiert. Schmeckt dir etwas nicht, ist es schneller wieder draußen als ich gucken kann. Meistens isst du einfach bei uns mit, aber ab und zu bekommst du auch Brei. Du greifst immer öfter nach dem Löffel, nicht bereit ihn wieder herzugeben. Du führst ihn selbst zum Mund und hast auch schon versucht selbst Brei darauf zu löffeln. Manchmal klappt das sogar. Du probierst alles und bisher konnte gab es nichts, das du komplett abgelehnt hast.

Ich würde sagen, wir stillen noch voll. Da du nie zu geregelten Zeiten getrunken hast, kann ich es gar nicht so genau sagen. Ich biete dir nach dem Essen die Brust an, aber meistens trinkst du dann nur kurz, obwohl du nach wie vor eher wenig isst. Auch sonst hast du tagsüber nicht mehr die Ruhe, um ordentlich zu trinken, außer du hast richtig Hunger. Wir stillen weiterhin beim Einschlafen und morgens nach dem Aufstehen.

Du brauchst über den Tag noch 2 Schläfchen. Aber bitte Zuhause oder im Auto, denn unterwegs ist alles zu spannend. Die liegen zeitlich zwischen 30 Minuten und 2,5 Stunden. Insgesamt schläfst du an schlechten Tagen 1,5 oder bis zu 3,5 Stunden. Je nachdem, wann du schläfst, bist du auch mal bis zu 6 Stunden wach bis du abends um 19 Uhr ins Bett gehst. Dann bist du aber auch wirklich durch und schläfst innerhalb von 5 Minuten ein. Du wirst richtig albern, wenn du müde bist. Du kicherst und giggelst dann über wirklich alles, dabei hüpft dein kleiner Körper im Sitzen auf und ab. Ich habe sofort, dein Quietschen im Ohr und dein Grinsen im Kopf. Manchmal kann ich mein Glück noch immer nicht so richtig fassen.
Du schläfst inzwischen häufig etwas länger und kommst damit auf etwa 11 Stunden Nachtschlaf, Ausreißer nach oben und unten inbegriffen. Tagsüber schläfst du fast unterbrechungsfrei, dafür klappt das abends plötzlich nicht mehr. Teilweise beginnst du alle 30 Minuten zu weinen und möchtest nochmal etwas stillen. Es gab nur wenige Nächte, in denen du mehr als 3 Stunden am Stück schliefst und dann auch nur, wenn ich neben dir lag. Außerdem stillst du nachts öfter, aber wir sind da inzwischen so routiniert, dass ich gar nicht genau sagen kann, wie oft das ist. Einige Nächte waren aber schon besonders herausragend und katapultierten mein Schlafdefizit in ungeahnte Höhen.
Schlaf war also nicht gerade dein Ding, du kletterst lieber umher, gerne auch nachts, wenn du doch mal etwas länger am Stück geschlafen hast. Ich hoffe, das wird wieder besser.

Du suchst meine Nähe. Immer und überall.
Du vergewisserst dich immer wieder ob ich da bin, bewegst dich dann aber frei im Raum. Im Schlaf legst du deinen Kopf auf und deinen Arm um mich. Das macht mir ganz viel Herzklopfen! Nach dem Aufwachen hauchst du ein „Mam“ durchs Babyphone und wartest darauf, dass ich dich hole. Dann kuschelst du dich noch einmal richtig an, bevor du dann wieder auf Entdeckungstour gehst.
Aber wehe ich verschwinde auf deinem Blickfeld. Dann robbst du „Mmamma“ rufend hinter mir her. Dann streckst du deine Arme nach mir aus, um mir zu zeigen, dass du hochgenommen werden möchtest. Bist du unsicher, klammerst du dich fest an mich und legst deinen Kopf auf meine Schulter.
Wenn du könntest, würdest du manchmal am liebsten in mich hineinkriechen.
Du hast einmal im Schlaf richtig „Mama“ gesagt. Du kannst dir nicht vorstellen, wie sich das anfühlt. Als würden tausende Schmetterlinge in meinem Bauch tanzen.

Du liebst, nein, du LIEBST Hunde! Im Gegensatz zu wilden Kindern, konntest dich selbst der ungestüme Welpe nichtaus der Ruhe bringen. Im Gegenteil, kaum hast du einen Hund entdeckt, robbst du hinterher und versuchst Kontakt aufzunehmen. Du vergräbst dich in das Fell, versuchst vorsichtig zu streicheln und den Schwanz zu fangen. Den halben Abend kannst du damit verbringen hinter ihnen herzujagen.

Vor kurzem hast du zum ersten Mal geschaukelt und wie es nicht anders zu erwarten war, hast du großen Spaß daran gehabt.
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Du liebst es, wenn ich dir die Füße, Hände, Augenbrauen, Nase, usw. entlang fahre und die  benenne. Dabei kicherst du und kräuselst deine Nase, dann streckst du den Zeigefinger aus und beginnst auch bei mir mir die Körperteile entlang zu fahren.

Und du gibst Küsschen. OK, du knutschst. Sehr feucht, aber meine Güte, ist das süß. Von außen sieht es wohl eher aus als wolltest du mich auffressen, aber du tust es ganz gezielt auf die Frage hin,ob ich einen Kuss bekomme oder nachdem ich dich abgeknutscht habe.

Du bist eine bunte Mischung voller Leben. Du bist sensibel, lustig, aufmerksam, fröhlich, laut und leise, kuschelig und wild. Du bist ein und ausdauernd. Du bist großartig.

Mein kleiner Rabauke, ich liebe dich so sehr!

Berg und Tal

Heute stellte sich der kleine Mann beim Versuch ein Packet zu erklimmen erstmals auf die Knie.

Neben ganz neuen Möglichkeiten bringt dieser Entwicklungsstand aber auch viel Wut und Verzweiflung mit sich. Der Kleine lernt gerade so viel, jeden Tag zeigt er uns etwas Neues. Er versucht jedes noch so hohe Hindernis zu erklimmen, versteht, dass die Tür auf und zu geht und er sie bewegen kann. Er rollt und wirft Dinge durch die Gegend.

Und er weint. Ganz furchtbar verzweifelt und aufgelöst und er wütet. Manchmal ballt er die Fäustchen und schüttelt sich vor Wut. Weil ich nicht verstehe, er etwas nicht darf oder ach, ich weiß es nicht.
Er tut mir dann so furchtbar leid. Besonders beim Einschlafen ist es aktuell echt fordernd.

Er ist müde und weint. Liegt er aber im Bett, weint er weil er robben will. Das klappt nicht imnet so, weil ich im Weg liege, aber eigentlich ist er müde und puh. Ich muss gestehen,dass ich manchmal nicht so recht weiß,wie ich damit umgehen soll. Er kann so wütend werden.

Vorhin weinte er 10 Minuten ganz verzweifelt, bis er genug los wurde, um stillen und schlafen zu können. Ich hielt mein sich windendendes, brüllendes und tretendes Baby, versuchte ganz ruhig zu bleiben und sprach ruhig mit ihm. Das waren wirklich schlimme 10 Minuten. Ich fühle mich hilflos und furchtbar, weil er so weinen muss. Und ein bisschen als würde ich ihn quälen. Aber ich weiß auch nicht, was ich anders machen könnte.

Gehört das vielleicht einfach zu dem neuen Update?

Herzensangelegenheiten

Ich möchte ein Baby.

Ich fühle mich ein bisschen verrückt, während ich das hier schreibe, denn mein allergrößter Herzenswunsch wurde wahr und liegt gerade leise schnorchelnd neben mir. Ich habe ein Baby. Und doch spüre ich so deutlich, dass ich mich noch nicht komplett fühle. Dass da jemand fehlt.

Jemand, den ich gerne bald kennenzulernen würde. Nun sind die Umstände aber wie sie sind und vorerst wird sich nichts daran ändern. 

Ich bin ein bisschen froh, dass ich noch keinen Zyklus habe (ok, unfassbar, weil ungenutzter Zyklus halt!). Und dass da diese Narbe ist, der Frau Zeit geben sollte. Diese Narbe, über die ich manchmal nicht wütend bin, weil sie genau das ist, ein Hindernis. Aber meistens bin ich um diese beiden Dinge gerade dich sehr froh,denn anders würde das drängende Herz vielleicht über die anderen Umstände hinwegsehen. Ich habe nie gedacht, dass ich mir so schnell ein weiteres Kind wünschen würde. Und am liebsten wäre ich fast unmittelbar nach der Geburt wieder schwanger geworden.

Es gibt viel Für und Wider. Es ist auch gerade genau richtig so wie es ist. Der kleine Mann darf seine Exklusivzeit noch ein bisschen länger genießen. Es ist ja auch nicht so als hätte ich zu wenig zu tun. Es ist, wie es ist und das nehme ich an. Es geht nicht anders. Aber…

Es ist eben, was es ist. Ein Herzenswunsch.